Gute Nachrichten aus Großbritannien, große Zweifel aus Deutschland

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Hop oder Top für den Tourismus auf Mallorca. Die Inseln erleben derzeit eine bittersüße Situation, was den britischen und deutschen Tourismus betrifft. Der Kontrast zwischen der hohen Nachfrage nach Flügen aus Großbritannien und der Ankündigung Deutschlands, eine Quarantäne zu verhängen, die den Familientourismus stark beeinträchtigt.

Die Flugbuchungen von Großbritannien nach Mallorca sind in der letzten Woche aufgrund der gestiegenen Nachfrage sprunghaft angestiegen, weshalb die Fluggesellschaften ihre Flugpläne verstärkt und die Routen von britischen Flughäfen nach Son Sant Joan ausgedehnt haben.

Gute Nachrichten aus Großbritannien, große Zweifel aus Deutschland

Nach Angaben von AENA-Palma verzeichnete der Flughafen Palma am Freitag 138 Flugbewegungen von und nach Großbritannien. Die 72 Flüge, die ankamen, brachten insgesamt mehr als 14.000 britische Passagiere.

Laut Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften erklärt die Tatsache, dass in Großbritannien die Schulferien begonnen haben, diesen Anstieg des Flug- und Passagieraufkommens. Die Aussichten für die kommenden Wochen sind sehr positiv, zumal die britische Regierung ihre Gesundheitsampel erst in der ersten Augustwoche aktualisieren wird.

Ein weiterer Grund für den Anstieg des britischen Tourismus auf Mallorca sind die Angebote und Rabatte, die von den Hoteliers der Insel angeboten werden, um den größten Marktanteil von konkurrierenden Reisezielen, hauptsächlich Griechenland, zu erobern.

Die Rabatte betragen bis zu 20 % und in einigen Betrieben wird dieser Prozentsatz überschritten. Eine weitere direkte Auswirkung auf den Anstieg der Auslastung von Flügen aus Großbritannien ist, dass die Last-Minute-Verkäufe laut Online-Portalen und virtuellen Reisebüros OTAs in den letzten drei Tagen um mehr als 400 % gestiegen sind.

“Der Anstieg der Last-Minute-Umsätze übertrifft den des Jahres 2019, in dem der britische Tourismus eine sehr positive Entwicklung verzeichnete und höher war als der deutsche Tourismus”, so die Reisebüros.

Der britische Tourismus nimmt zu, denn alle, die den doppelten Impfplan haben, sind bei der Rückkehr ins Land von der Quarantäne befreit, ebenso Kinder unter 12 Jahren.

Die Entscheidung der deutschen Regierung, ganz Spanien, einschließlich der Balearen, aufgrund des Vormarsches von COVID zum Hochrisikoland zu erklären, bedeutet, dass ab kommenden Dienstag 00:00 Uhr eine zehntägige Quarantäne für alle von den Inseln zurückkehrenden Personen, die nicht die doppelte Impfung erhalten haben, erforderlich ist. Die Maßnahme betrifft auch Kinder über sechs Jahren, was den deutschen Familientourismus auf den Balearen “belastet”, so die Hoteliers auf Mallorca und den übrigen Inseln.

Die Exekutiv-Vizepräsidentin der Federación Empresarial Hotelera de Mallorca (FEHM), María José Aguiló, betonte das Problem der Kinder: “Die Tatsache, dass sie betroffen sind, ist keine gute Nachricht, deshalb müssen wir alle unsere Anstrengungen verdoppeln, denn unsere Erholung steht auf dem Spiel.

Die Reiseveranstalter TUI, FTI, Schauinsland Reisen, DER Touristik und Alltours äußerten sich gestern besorgt über die Auswirkungen der neuen Beschränkungen auf den Urlaubsmarkt, zumal in vielen deutschen Bundesländern die Schulferien begonnen haben oder kurz bevorstehen. Dazu gehören Baden-Württemberg, Niedersachsen, Bayern und Berlin.

Sowohl FEHM als auch die Agrupación de Cadenas Hoteleras de Balears bezeichneten die Entscheidung Deutschlands, Spanien als Hochrisikozone einzustufen, als “Rückschlag” für den gesamten Tourismussektor.

Aguiló hob die “enormen” Anstrengungen hervor, die Wirtschaft zu öffnen, zu reaktivieren und die Arbeitsplätze trotz der wirtschaftlichen Situation zu erhalten, weshalb er “eine Verdoppelung der Anstrengungen” forderte.  Der Vizepräsident der FEHM verteidigte, dass es notwendig ist, “kurzfristig” zu denken, um die aktuelle Situation der erhöhten Ansteckung umzukehren, weil “die Erholung auf dem Spiel steht” und hat die Verwaltungen aufgefordert, proaktiver zu handeln.

Der Präsident der Agrupación de Cadenas Hoteleras (ACH), Gabriel Llobera, bedauerte unterdessen, dass im Falle des Erstausgabemarktes, insbesondere für Mallorca, “die Entscheidung Deutschlands eine schlechte Nachricht ist”.

Llobera forderte mehr Präventions- und Schutzmaßnahmen, denn gerade im Sommer “haben wir die Möglichkeit, das wiederherzustellen, was in den letzten Monaten verloren gegangen ist”.

Darüber hinaus sagte er, dass der Sektor weiterhin von ERTE und Hilfsgeldern abhängig ist, weshalb er darauf bestand, mehr Ressourcen von den Verwaltungen zu fordern und gleichzeitig an die individuelle und kollektive Verantwortung” zu appellieren.