Während Politiker den Wolfsschutz auslaufen lassen wollen, werfen Ökologen ihnen vor, nur an politische Interessen zu denken und wissenschaftliche Fakten zu ignorieren. Spanien, ein Land, in dem der Konflikt zwischen Mensch und Wolf aktuell ist, beobachtet dies mit Argwohn.
Am vergangenen Mittwoch (20.12.2023) schlug die Nachricht bei der Europäischen Kommission ein wie eine Bombe. Sie schlug vor, den Status des Wolfes von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herabzustufen. Dies würde das Populationsmanagement in Europa flexibler machen oder … mit anderen Worten … einige von ihnen für die Jagd verfügbar machen.
In Spanien ist der Wolf als geschützte Art gelistet. Ab September 2021 dürfen Wölfe in allen autonomen Regionen nicht mehr gejagt werden. Der Vorschlag stößt bei bestimmten politischen Gruppierungen auf Empörung. Der World Wildlife Fund (WWF) wirft der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor, nur an ihren politischen Vorteil auf Kosten des Wolfes zu denken.
Viele rechtsgerichtete Parteien haben schon seit einiger Zeit ökologische Maßnahmen im Visier. Die Wahlen zum Europäischen Parlament finden vom 6. bis 9. Juni nächsten Jahres statt. Die Europagruppe der rechtsgerichteten Partido Popular (PP) ist daher auf der Suche nach Stimmen bei Jägern und Viehzüchtern.
Auf jeden Fall kann der Status des Wolfes nicht einfach geändert werden. Selbst wenn es dazu käme, würde es noch einige Jahre dauern, den Schutzstatus aufzuheben.
Wissenschaftlern zufolge waren die Programme der letzten Jahre sehr erfolgreich, und die Populationen sind deutlich gewachsen. Abgesehen von Zypern, Irland und Malta gibt es in allen europäischen Ländern wieder Wölfe.
Quelle: Agenturen





