Hoffnung für Opfer von Missbrauch durch die Kirche

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Die spanische Regierung und die katholische Kirche haben ein neues Abkommen geschlossen, das Opfern sexuellen Missbrauchs zusätzliche Möglichkeiten zur Anerkennung und Entschädigung bieten soll. Dabei handelt es sich vor allem um Menschen, deren Fälle rechtlich verjährt sind und die bisher nirgendwo Hilfe finden konnten.

Nach Ansicht von Interessenverbänden kann diese Regelung für viele Opfer in Spanien einen wichtigen Schritt nach vorne bedeuten. Jahrelang fühlten sie sich nicht gehört oder steckten in internen kirchlichen Verfahren ohne klares Ergebnis fest.

Der wichtigste Unterschied zu früheren Regelungen besteht darin, dass die Opfer nicht mehr verpflichtet sind, interne kirchliche Kanäle zu durchlaufen. Stattdessen können sie sich direkt an das Justizministerium wenden. Dies soll die Hemmschwelle senken und mehr Vertrauen bei Menschen schaffen, die zuvor aufgegeben haben.

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Nach der Meldung wird der Fall von einer speziellen Stelle geprüft, die mit dem Defensor del Pueblo, dem spanischen Ombudsmann, zusammenarbeitet. Dort wird geprüft, welche Form der Wiedergutmachung angemessen ist. Dies kann psychologische Hilfe, symbolische Anerkennung oder eine finanzielle Entschädigung sein.

Die Kirche bleibt vollständig für die Zahlung der vereinbarten Entschädigungen verantwortlich. Der spanische Staat beteiligt sich nicht an den Kosten. Die Beträge sind außerdem steuerfrei, sodass die Opfer den vollen Betrag erhalten.

Wenn Uneinigkeit über die vorgeschlagene Entschädigung besteht, wird eine gemischte Kommission aus Vertretern der Kirche, der Regierung und der Opfer gebildet. Wenn auch das keine Lösung bringt, trifft der Ombudsmann eine endgültige Entscheidung.

Mit dieser Vereinbarung wollen die Regierung und die Kirche auf jahrelange Kritik reagieren. Viele Opfer fühlten sich ignoriert und nicht ernst genommen. Der neue Ansatz soll zeigen, dass ihre Geschichte nun doch anerkannt wird, auch wenn eine strafrechtliche Verfolgung nicht mehr möglich ist.

Quelle: Agenturen