Ein auffälliger Hoteltrend sorgt bei Reisenden für zunehmenden Unmut. In immer mehr Hotelzimmern ist das Badezimmer nicht wirklich abgetrennt, sondern verfügt über Glaswände, Schiebetüren oder manchmal gar keine Tür. Nach Ansicht vieler Gäste geht dies zu Lasten der Privatsphäre, der Ruhe und des Komforts.
Als Reaktion darauf entstand die Plattform Bring Back Doors. Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Datenbank, in der Reisende sehen können, welche Hotels Badezimmer mit wenig oder gar keiner Abtrennung haben. Mittlerweile stehen weltweit bereits 1.108 Hotels auf der Liste. In Spanien sind es 72.
Die Initiatorin des Projekts kam auf die Idee nach einem Aufenthalt in London im Januar 2025. Dort entdeckte sie ein Hotelzimmer mit getrennten Betten, aber ohne Badezimmertür. Ihrer Meinung nach hätte zwar Platz für eine Tür gewesen, doch habe man bewusst darauf verzichtet. Seitdem möchte sie auf das aufmerksam machen, was sie als wachsenden Trend bezeichnet.
Auf der Website werden die Hotels in verschiedene Kategorien eingeteilt. Bei 447 Hotels gibt es laut der Plattform überhaupt keine Privatsphäre, zum Beispiel weil es keine Wand oder Tür gibt oder nur Glas. Bei 324 Hotels besteht etwa die Hälfte an Privatsphäre, mit Glastüren, weshalb Gäste manchmal Handtücher aufhängen, um sich abzuschirmen.
Darüber hinaus gibt es 318 Hotels mit etwa achtzig Prozent Privatsphäre. Dort ist das Badezimmer optisch teilweise durch Schiebetüren oder Holzlamellen abgeschirmt, doch Geräusche und Gerüche sind weiterhin deutlich wahrnehmbar. Außerdem gibt es 19 Hotels mit gemischten Zimmertypen, wobei das eine Zimmer etwas mehr Privatsphäre bietet als das andere.
Experten zufolge entscheiden sich Hotels oft für solche Designs, um Geld zu sparen und die Zimmer größer und heller wirken zu lassen. Ohne klassische Tür fallen weniger Kosten für Einbau, Beschläge und Wartung an. Glaspaneele lassen zudem mehr Licht durch, was ebenfalls Energie sparen kann.
Dennoch sind viele Reisende der Meinung, dass diese Vorteile den Verlust an Komfort nicht aufwiegen. Vor allem bei Geschäftsreisen kann dies zu unangenehmen Situationen führen, da Kollegen regelmäßig ein Zimmer teilen müssen. Was als modernes Design gedacht ist, empfinden viele Hotelgäste vor allem als einen Schritt zu weit.
Quelle: Agenturen





