In Spanien, wie auch in vielen anderen europäischen Ländern, nimmt die Religionszugehörigkeit stetig ab. Acht von 10 Spaniern bekennen sich zu keiner bestimmten Religion. Trotz dieses Rückgangs nimmt fast die Hälfte der Gläubigen weiterhin an religiösen Aktivitäten teil, z.B. an Prozessionen während der Semana Santa und an besonderen Gottesdiensten zu Weihnachten oder anderen religiösen Feiertagen.
Laut einer aktuellen Analyse des Zentrums für soziologische Forschung (CIS) bekennen sich 80,4 % der Spanier zu keiner Religion. Dieser Prozentsatz umfasst nicht praktizierende Katholiken (36 %), Agnostiker (14,2 %), Atheisten (16,8 %) und Personen, die gleichgültig oder nicht gläubig sind (13,4 %). Die restlichen 19,6 % sind Spanier, die sich zu einer Religion bekennen, die sich in zwei Kategorien aufteilen: praktizierende Katholiken mit 17 % und Anhänger einer anderen Religion mit 2,6 %.
Obwohl die Zahl der religiösen Praktiken rückläufig ist, nehmen die Menschen weiterhin aktiv an religiösen Ritualen teil. Etwa 47,6 % der Gläubigen nehmen jede Woche an einer religiösen Zeremonie teil. Der Prozentsatz der aktiven Spanier, die mehrmals im Monat oder im Jahr daran teilnehmen, liegt bei 40,2 %, während 12,2 % sagen, dass sie nie oder selten hingehen.
Bei jungen Menschen nimmt die religiöse Hingabe generell ab. Nur 13,6 % der 18- bis 29-Jährigen und 12,9 % der 30- bis 39-Jährigen sind in einer Religion aktiv. In den älteren Altersgruppen nimmt diese Beteiligung allmählich zu: 37,7 % der über 70-Jährigen sind in eine religiöse Praxis eingebunden.
In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Atheisten um das Dreifache gestiegen. Nur 8 % der über 70-Jährigen bezeichnen sich als Atheisten, während es bei den jungen Menschen zwischen 18 und 29 Jahren 25,6 % sind.
In Spanien ist Katalonien die autonome Region mit der geringsten Religionszugehörigkeit. Satte 86,9 % der Einwohner Kataloniens geben an, keine Religion zu praktizieren. An zweiter Stelle folgt das Baskenland (84,9 % religionslos), während Galicien mit 83,7 % an dritter Stelle liegt. Melilla (37 % aktive Gläubige), Ceuta (29,5 %) und Extremadura (26,1 %) sind dagegen die religiösesten Gebiete Spaniens.
Quelle: Agenturen




