Während es in Spanien hinsichtlich der Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien und dem Baskenland derzeit ruhiger geworden ist, sieht sich die Region Valencia mit neuen Bestrebungen konfrontiert. Denn wer durch die engen Gassen der Insel Tabarca schlendert, merkt es sofort: Die Insel lebt, aber irgendetwas ist im Gange. Hinter den ruhigen Fassaden wächst schon seit einiger Zeit das Gefühl, dass sich etwas ändern muss. Und dieses Gefühl wird nun offen ausgesprochen.
Die Bewohner der kleinen Insel vor der Küste von Alicante haben genug von dem, was sie als Vernachlässigung durch die Stadt empfinden. Ihrer Meinung nach bleiben Investitionen aus, während die Touristen weiterhin in Scharen kommen. Das passt nicht zusammen. Vor allem im Sommer, wenn die Insel überlaufen ist und die Infrastruktur unter Druck steht.
Die Idee, die unter den ständigen Bewohnern nun immer mehr an Boden gewinnt, ist, dass Tabarca eine eigene Gemeinde werden soll, unabhängig von Alicante. Keine Abhängigkeit mehr, sondern selbst über Dinge wie Infrastruktur, Reinigung und Tourismus entscheiden. Es ist kein neuer Wunsch, aber der Ruf scheint lauter denn je.
Die Diskussion wird erneut von Einwohnern und lokalen Vertretern geführt, wie die Regionalzeitung Información berichtet. Wer sich die Zahlen und Beschwerden ansieht, erkennt ein Muster jahrelanger Frustration. Gleichzeitig bleibt es vorerst bei Plänen und Gesprächen, ohne konkrete Schritte in Richtung einer tatsächlichen Abspaltung.
Befürworter weisen darauf hin, dass ein eigenständiger Status der Insel zugutekommen werde. Weniger Bürokratie, schnellere Entscheidungen und eine Politik, die besser auf die Realität einer kleinen, gefährdeten Insel abgestimmt ist. Gegner stellen dies in Frage und verweisen auf die Kosten und praktischen Hindernisse.
Die Stadtverwaltung von Alicante selbst hat noch nicht inhaltlich auf die jüngsten Äußerungen reagiert. Es scheint, als würde die Stadt die Situation vorerst abwarten. Vielleicht in der Hoffnung, dass sich der Sturm wieder legt, wie es schon früher geschehen ist. Aber auf Tabarca fühlt es sich anders an. Dort wächst die Überzeugung, dass Abwarten keine Option mehr ist.
Ob es wirklich so weit kommt, bleibt ungewiss. Der Weg zur Unabhängigkeit ist lang und komplex. Aber eines ist klar: Die Insel macht sich immer deutlicher bemerkbar. Und das allein verändert schon die Verhältnisse.
Quelle: Agenturen





