Die Balearen erfreuen sich wachsender Beliebtheit bei chinesischen Touristen. Ein aktueller Marktbericht von Turespaña für die Herbst-Winter-Saison 2025-2026 zeigt einen Anstieg der Buchungen von Reisenden aus China um 16,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dieser Aufwärtstrend spiegelt die starke globale Erholung des chinesischen Reisemarktes wider.
Spanienweit stiegen die Ankünfte chinesischer Touristen im Jahr 2024 um 66,7 % gegenüber 2023 auf 647.801, was einer Erholung von 92,5 % gegenüber dem Niveau von 2019 entspricht. In den ersten Monaten des Jahres 2025 übertrafen die Besucherzahlen aus China bereits das Vor-Pandemie-Niveau.
Das Wachstum auf den Balearen ist auf die steigende Kaufkraft in China zurückzuführen, die trotz einer leichten Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft anhält. Die Inselgruppe profitiert von ihrem Angebot an Natur, Kulturerbe und Qualität, was chinesische Touristen anspricht, die zunehmend nach Erlebnisreisen und hochwertigen Angeboten suchen.
Ein limitierender Faktor ist jedoch die Anbindung. Der Großteil des chinesischen Tourismus konzentriert sich auf die großen Flughäfen auf dem spanischen Festland, insbesondere in Katalonien und Madrid. Die Balearen, Andalusien, die Kanarischen Inseln und Valencia verzeichnen zwar ebenfalls Zuwächse, starten aber von einer niedrigeren Basis aus, was ihr Potenzial für einen starken Anstieg der Touristenzahlen einschränkt.
Um einen größeren Anteil am chinesischen Tourismus zu gewinnen, ist eine Verbesserung der Flugverbindungen unerlässlich. Anstelle von Umsteigeverbindungen über Madrid oder Barcelona sind Direktflüge aus China oder zumindest optimierte Verbindungen mit weniger Zwischenstopps erforderlich, um die Zugangsbarrieren zu senken.
Vor zwei Jahren prüften die Fluggesellschaften China Southern und China Eastern die Möglichkeit von Direktflügen nach Palma, um den Tourismus aus China zu fördern. Gespräche mit der Agentur für Tourismusstrategie der Balearen (AETIB) fanden im Oktober 2023 statt. Das Projekt befindet sich jedoch in einem frühen Stadium, und es ist unwahrscheinlich, dass es in der laufenden Legislaturperiode weiterverfolgt wird. Laut Pere Joan Planes, Direktor der AETIB, schließt die Regierung Direktflüge aus China aus, um einen Massentourismus zu vermeiden, und konzentriert sich stattdessen auf Premium-Segmente.
Quelle: Agenturen




