JOAN MIRÓ

Joan Miró i Ferrà ( Barcelona 1893 – Palma 1983) wurde am 20. April 1893 in Barcelona als Sohn von Miquel Miró i Adzeries, einem Silberschmied und Uhrmacher, und von Dolors Ferrà i Oromí, Tochter eines Schreiners aus Sóller (Mallorca) geboren. Er studierte Handelslehre und arbeite zwei Jahre lang als Buchhalter in einer Drogerie in Barcelona, bis ihn eine Erkrankung zwang, sich in das Haus der Familie in Mont-roig del Camp zurück zu ziehen.

1912 beschloss er, sich der Malerei zu widmen und schrieb sich an der Kunstschule von Francesc Galí ein, die er bis 1915 besuchte. Damals trat er in Kontakt mit den neuesten Kunsttendenzen von Europa. 1913 meldete er sich beim Cercle Artistic (Kunstzirkel) von Sant Lluc an. 1918 war er Mitglied in der Gruppierung Agrupación Courbet. Seine erste Einzelausstellung fand in der Galerie Dalmau in Barcelona statt.

1920 reiste er zum ersten Mal nach Paris , wo er Picasso kennen lernte. 1921 kehrte er nach Paris zurück und arbeitete bis 1925 im Atelier von Pablo Gargallo in der Rue Blomet 45. Seine erste Einzelausstellung in Paris fand in der Galerie La Licourne statt und wurde von Josep Dalmau organisiert.

1924 unterzeichnete er das Surrealistische Manifest und machte die Bekanntschaft von André Breton. 1926 bezog er ein neues Atelier in Paris. Zusammen mit Max Ernst fertigte er das Bühnenbild und die Kostüme für Romeo und Julia für die Russischen Balletts von Diaguilev.

Am 12. Oktober 1929 heiratete er in Palma die Mallorquinerin Pilar Juncosa. Sie ließen sich in Paris in einer Wohnung in der Rue François Mouton nieder. Am 17. Juli 1931 wurde seine einzige Tochter, Maria Dolors, geboren. 1936 reiste er nach Paris mit seinem neuesten Werk, um es in New York auszustellen, doch durch den Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges beschloss er, in der französischen Hauptstadt zu bleiben. Seine Frau und seine Tochter folgten ihm; sie lebten bis 1940 in Frankreich. 1937 schuf er ein großes Wandgemälde „El segador“ (Pagès català en revolta) [Der Sensenmann, Katalanischer aufständischer Bauer] für den Pavillon der Spanischen Republik auf der Internationalen Ausstellung von Paris, welcher von Josep Lluís Sert und Luis Lacasa geplant worden war. Während des Bürgerkrieges kooperierte er mit dem Propaganda-Kommissariat der Republik.

Im Sommer 1939 verließ die Familie Paris und mietete ein Haus in Varengeville-sur-Mer in der Normandie, wo sie bis Mai 1940 wohnten. Im Januar desselben Jahres hatte er eine Serie von 23 Aquarellen begonnen, die später unter dem Namen „Constelaciones“ bekannt wurde. Ende Mai wurde die Normandie von der deutschen Luftwaffe bombardiert, und Joan Miró beschloss, mit seiner Familie nach Spanien zurück zu kehren. Sie ließen sich in Palma nieder, bis sie 1942 nach Barcelona zogen.

1944 schuf er die ersten Keramikwerke, in Zusammenarbeit mit Josep Llorens Artigas. 1947 reiste er in die Vereinigten Staaten, wo er ein Wandgemälde für den Gourmet Room des Terrace Plaza Hotels in Cincinnati malte. Er nahm an der Ausstellung “Le surréalisme en 1947” in der Galerie Maeght in Paris teil, die von André Breton und Marcel Duchamp organisiert wurde.

1956 verlegte er seinen Wohnsitz endgültig nach Mallorca, und zwar nach Son Abrines in Palma, wo er sich ein Haus und ein Atelier nach Entwürfen von Josep Lluís Sert hatte bauen lassen. 1958 fand die Einweihung von zwei Wandgemälden im Sitz der UNESCO in Paris statt. Das Projekt wurde mit dem Guggenheim International Award ausgezeichnet. 1960 arbeitete er zusammen mit Josep Llorens Artigas an einem Keramikmauerbild für Harkness Commons, Harvard University.

1966 schuf er die ersten monumentalen Bronzeskulpturen: Pájaro solar (Sonnenvogel) und Pájaro lunar (Mondvogel). Die Retro-Ausstellung im Nationalen Kunstmuseum von Tokio wird eröffnet. Ein Keramikmauerbild, das er in Zusammenarbeit mit Josep Llorens Artigas geschaffen hatte, wird im Solomon R. Guggenheim Museum in New York installiert. Ihm wird der „Carnegie International Grand Prize“ für Malerei verliehen. 1968 wird er von der Harvard University zum Doktor honoris causa ernannt, und die Stadt Palma ehrt ihn mit der Auszeichnung Adoptivsohn der Stadt.

1970 erstellt er ebenfalls in Zusammenarbeit mit Artigas ein monumentales Keramikmauerbild für den Flughafen von Barcelona. 1972 wird die Stiftung Joan Miró, Studienzentrum für Zeitgenössische Kunst, in Barcelona ins Leben gerufen. Josep Lluís Sert wird mit dem Bauprojekt beauftragt. 1977 erstellt er zusammen mit Josep Royo ein monumentales Wandgemälde für die National Gallery in Washington und beginnt die Arbeiten für das Wandgemälde, das sich in der Stiftung Joan Miró befindet. Mit Hilfe der Schauspieler am Teatre de la Claca malt er das Bühnenbild für das Stück Muera el Merma. 1979 erhält er von der Universität von Barcelona den Ehrendoktortitel verliehen. 1980 überreicht ihm König Juan Carlos I. die Goldmedaille der Schönen Künste des spanischen Staates. 1982 wird die monumentale Skulptur Mujer y pájaro (Frau mit Vogel) im Park Joan Miró in Barcelona installiert. Er starb in Palma de Mallorca am 25. Dezember 1983 und wurde auf dem Friedhof von Montjuïc in Barcelona beigesetzt.

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