Die Kanarischen Inseln locken jedes Jahr Tausende von Europäern wegen ihres angenehmen Klimas, ihrer köstlichen Küche und ihrer reichen Kultur an. Doch inzwischen werden auch kritische Stimmen über das tägliche Leben auf diesen Inseln laut. Vor allem die italienische Gemeinschaft, eine der größten Gruppen von Auswanderern in der Region, äußert ihre Bedenken. Die italienische Plattform Leggo Tenerife veröffentlichte kürzlich eine Liste mit 12 Gründen, warum das Leben auf den Kanarischen Inseln nicht immer ideal ist.
Einer der auffälligsten Punkte ist das „eintönige“ Klima. Während viele Menschen das Klima als perfekt empfinden, vermissen einige den Wechsel der Jahreszeiten oder beklagen sich über die häufigen Calima, einen Sandsturm, der die Luftqualität beeinträchtigt. Darüber hinaus führt der Massentourismus zu einer Überlastung der Infrastruktur und zu höheren Preisen während der Hochsaison wie Weihnachten und Karneval.
Auch die Wohnsituation wird als problematisch empfunden. Mit der zunehmenden Zahl von Ferienhäusern sind die Mietpreise stark gestiegen, so dass es für Einheimische schwierig ist, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Gleichzeitig verweisen Kritiker auf die begrenzten öffentlichen Verkehrsmittel auf kleineren Inseln wie Lanzarote und Fuerteventura, was bedeutet, dass die Einwohner oft auf ihre eigenen Verkehrsmittel angewiesen sind.
Ein weiteres Problem sind die steigenden Lebenshaltungskosten. Grundnahrungsmittel wie Obst und Gemüse sind teurer geworden, und die Löhne, vor allem im Tourismussektor, sind nach wie vor niedrig. In Verbindung mit den Herausforderungen der Migration und dem Fehlen politischer Lösungen trägt dies zu einem Gefühl der Unzufriedenheit bei.
Die kulturelle Identität der Inseln ist unter Druck geraten. Fremdenverkehrsorte wie Playa del Inglés konzentrieren sich zu sehr auf Besucher von außerhalb, wodurch die wahre kanarische Kultur verschwindet. Die Aufwertung bestimmter Städte, Dörfer und Gebiete bringt soziale Veränderungen mit sich, die sich auf die Einheimischen auswirken, z.B. höhere Mieten und Verlust von Wohnraum.
Trotz dieser Kritik erkennt Leggo Tenerife an, dass die Kanarischen Inseln einzigartige Vorteile haben. So sind die Inseln ein hervorragender Standort für digitale Nomaden, insbesondere der Süden Teneriffas, der immer beliebter wird. Die Inseln bleiben daher eine attraktive Option für Menschen, die eine hohe Lebensqualität und einen entspannten Lebensstil suchen.
Quelle: Agenturen





