Kann ich „einfach so“ mein Geld verschenken?

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Viele Menschen in Spanien glauben, dass man einem Familienmitglied einfach so Geld schenken kann, ohne Steuern zu zahlen, insbesondere wenn es sich um einen kleinen Betrag handelt. Diese Vorstellung ist jedoch falsch. Nach spanischem Recht gilt jede Geldzuwendung ohne Gegenleistung als Schenkung, unabhängig von der Höhe des Betrags.

Das bedeutet, dass es offiziell keinen Mindestbetrag gibt, unterhalb dessen eine Schenkung steuerfrei ist. Ob Sie nun 100 Euro oder 10.000 Euro überweisen, rechtlich gesehen handelt es sich in beiden Fällen um eine Schenkung. Grundsätzlich muss eine solche Schenkung beim Finanzamt angegeben werden.

Es gibt jedoch einige Ausnahmen. Geld, das direkt für notwendige Ausgaben wie Lebensmittel, Kleidung, Unterkunft, medizinische Versorgung oder die obligatorische Ausbildung von Kindern verwendet wird, gilt nicht als Spende. Dabei handelt es sich um Zahlungen, die für den Lebensunterhalt bestimmt sind und nicht um frei verfügbares Geld.

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Auch Banken spielen eine Rolle. Bei Bareinzahlungen ab etwa 3.000 Euro kann die Bank zusätzliche Erklärungen verlangen und diese Informationen an die Steuerbehörde weitergeben. Bei Überweisungen von 10.000 Euro oder mehr sind Banken sogar verpflichtet, dies offiziell zu melden. Das bedeutet nicht automatisch, dass Sie Steuern zahlen müssen, aber der Betrag wird den Steuerbehörden zur Kenntnis gebracht.

Wichtig zu wissen ist, dass das Fehlen einer Bankmeldung nicht bedeutet, dass Sie nichts angeben müssen. Große Schenkungen, wie z.B. Geld von Eltern an Kinder, fallen unter die Erbschafts- und Schenkungssteuer. In einigen autonomen Regionen gibt es erhebliche Steuervergünstigungen oder sogar fast vollständige Befreiungen, aber auch dann muss die Schenkung angegeben werden.

Einige Familien entscheiden sich dafür, Geld als zinsloses Darlehen (0 %) zu überweisen. Das ist möglich, aber nur, wenn der Betrag auch tatsächlich zurückgezahlt wird. Geschieht dies nicht, kann das Finanzamt dies dennoch als versteckte Schenkung ansehen, was zu möglichen Strafen führen kann.

Die Schlussfolgerung ist klar: In Spanien ist bei Geldgeschenken innerhalb der Familie Vorsicht geboten. Gute Vereinbarungen und eine korrekte Steuererklärung können viele Probleme im Nachhinein vermeiden.

Quelle: Agenturen