In Katalonien haben Bauern am Donnerstag, dem 8. Januar, erneut massiv gegen das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Ländern protestiert. Schon früh am Morgen fuhren Dutzende Traktoren auf die Straßen und blockierten wichtige Verkehrsadern vollständig oder teilweise. Vor allem in den Provinzen Girona, Lleida und Tarragona kam der Verkehr zum Erliegen und es wurden Staus von bis zu 18 km Länge registriert.
Eine der am stärksten betroffenen Straßen war die Autobahn AP-7, auf der der Verkehr zwischen Borrassà und Vilademuls lange Zeit zum Erliegen kam. Auch andere regionale und provinziale Straßen wurden blockiert. Die Aktionen führten zu langen Staus und erheblichen Beeinträchtigungen, insbesondere für den Güterverkehr. An einigen Stellen ließen die Landwirte gelegentlich Personenkraftwagen passieren.
Die Proteste wurden von der Aktionsgruppe Revolta Pagesa organisiert. Nach Ansicht der Landwirte stellt das Mercosur-Abkommen eine direkte Bedrohung für ihre Zukunft dar. Sie befürchten, dass billige Agrarprodukte aus Südamerika den europäischen Markt überschwemmen werden, obwohl dort andere Vorschriften in Bezug auf Umwelt, Tierschutz und den Einsatz von Pestiziden gelten.
Nach Ansicht der Aktivisten handelt es sich um unlauteren Wettbewerb. Produkte, die nicht denselben Anforderungen entsprechen, könnten zu niedrigeren Preisen verkauft werden, wodurch es für lokale Landwirte immer schwieriger würde, zu überleben. Dies betreffe nicht nur den Agrarsektor, sondern auch die Lebensmittelqualität und die Ernährungssicherheit in Spanien.
Die katalanische Regierung hat sich offen für Gespräche gezeigt, betont jedoch, dass Handelsabkommen in die Zuständigkeit von Madrid und Brüssel fallen. Dennoch fordern die Landwirte, dass ihre Bedenken der nationalen Regierung und den europäischen Institutionen klar vermittelt werden.
Die Proteste beschränken sich nicht nur auf Spanien. Auch französische Landwirte haben inzwischen die A9 kurz vor der spanischen Grenze blockiert. Mit dieser Aktion wollen sie ihre Unterstützung für die katalanischen Landwirte bekunden und gleichzeitig zusätzlichen Druck auf die Europäische Union ausüben, das Mercosur-Abkommen zu überarbeiten.
Die Polizei war an mehreren Orten präsent, um die Situation zu überwachen. Es kam zu keinen größeren Zwischenfällen, aber die Verkehrsbehinderungen waren erheblich.
Die Organisatoren haben angekündigt, dass dies sicherlich nicht die letzten Aktionen sein werden. In den kommenden Tagen und Wochen sind weitere Proteste und Straßenblockaden zu erwarten, wenn keine konkreten Zusagen gemacht werden.
Quelle: Agenturen



