Ab dem 2. Dezember 2024 wird Katalonien ein neues Registrierungssystem für Reisende einführen, das von den Mossos d’Esquadra initiiert wurde. Dieses System wird zusätzlich zur bestehenden Registrierung beim spanischen Innenministerium eingeführt. Mit dieser neuen Anforderung wollen die regionalen Behörden die Sicherheitsmaßnahmen verstärken und die Touristenströme innerhalb der Region besser kontrollieren.
Die neue Plattform verlangt von den Beherbergungsbetrieben in Katalonien die Übermittlung umfangreicher Daten über ihre Gäste, z.B. vollständige Namen, Ausweispapiere und Angaben zur Unterkunft. Diese Informationen werden in einer separaten Datenbank gespeichert, die von der katalanischen Polizei verwaltet wird. Ziel ist es, die Aufdeckung krimineller Aktivitäten zu verbessern und die Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitskräften zu optimieren.
Die Maßnahme stößt auf heftige Kritik, insbesondere von Seiten des Verbands der spezialisierten Reisebüros (ACAVE). Nach Ansicht des Direktors von ACAVE wird der Verwaltungsaufwand für die Reisebüros unnötig erhöht. „Die Reisebüros müssen nun je nach Aufenthaltsort Daten in zwei verschiedene Systeme eingeben“, erklärt sie. Diese doppelte Arbeit kann zu Verwirrung und erhöhten Betriebskosten führen.
Umfrage zum monatlichen Gewinnspiel auf mallorca-services.es - Schon mitgemacht?Darüber hinaus wurde die Plattform für Hotels entwickelt, während Reisebüros einen anderen Ansatz benötigen. So müssen die Büros beispielsweise eine katalanische Touristenregistrierungsnummer eingeben, obwohl diese Nummern seit Jahren nicht mehr vorgeschrieben sind. Dies bedeutet zusätzliche Komplexität für Agenturen außerhalb der Region, die Reisen nach Katalonien organisieren.
Die Verpflichtung gilt für alle Beherbergungsbetriebe in Katalonien, unabhängig davon, ob die Buchung im Inland oder im Ausland vorgenommen wird. Nur autonome Regionen mit eigenen Polizeikräften, wie Katalonien und möglicherweise das Baskenland, verlangen eine doppelte Registrierung. Dies führt zu einer Ungleichheit innerhalb Spaniens, wo in anderen Regionen nur eine Registrierung erforderlich ist.
Nach Ansicht des ACAVE droht dies zu unlauterem Wettbewerb zu führen, da die Reisebüros zusätzliche Ressourcen bereitstellen müssen, um die Vorschriften einzuhalten. Außerdem wird befürchtet, dass die verschiedenen Systeme nicht richtig miteinander verbunden sind, was zu technischen Problemen und Verzögerungen führen könnte.
Obwohl die Kritik zunimmt, betonen die katalanischen Behörden, dass die Maßnahme der Verbesserung der Sicherheit dient. Die Mossos d’Esquadra hoffen, durch die Verfügbarkeit detaillierterer Daten schneller auf verdächtige Situationen oder kriminelle Aktivitäten reagieren zu können. Das System soll auch für die Überwachung von Tourismustrends nützlich sein, was zu einer besseren Regulierung des Tourismus in der Region beitragen könnte.
Den Beherbergungsbetrieben und Reisebüros bleiben nur noch wenige Tage, um sich auf das neue System einzustellen. Die Nichteinhaltung der neuen Vorschrift könnte zu Geldstrafen führen, was den Druck auf die Unternehmen, die bereits mit wirtschaftlichen Problemen in diesem Sektor zu kämpfen haben, weiter erhöhen würde.
Quelle: Agenturen




