Die deutschen Konservativen und Sozialdemokraten werden am Mittwoch (09.04.2025) die letzten Einzelheiten der Koalitionsvereinbarung aushandeln, nachdem sie 13 Stunden lang Marathon-Sitzungen im Hauptquartier der Christlich-Demokratischen Union (CDU) abgehalten haben, um sie gegen Mittag abschließen zu können, obwohl Medien wie NTV und Focus am Vortag berichtet hatten, dass bereits eine Einigung in Aussicht stehe.
Die 19 Verhandlungsführer hatten ihre Arbeit am Dienstagnachmittag abgeschlossen, und von da an trafen sich nur noch die Vorsitzenden der beiden Parteien: der voraussichtlich nächste Kanzler, der Konservative Friedrich Merz, der Chef der Christlich-Sozialen Union in Bayern (CSU), Markus Söder, und die beiden Verantwortlichen der Sozialdemokraten, Saskia Esken und Lars Klingbeil, was auf eine bevorstehende Einigung hindeutete.
Den ganzen Tag über hatten CDU/CSU und SPD in verschiedenen Formaten gearbeitet, immer wieder unterbrochen von Einzelberatungen innerhalb der Parteien, um zu einem endgültigen Kompromiss zu gelangen.
Gegen Mitternacht beschlossen die Vorsitzenden jedoch, den Marathon-Tag zu beenden und sich am Mittwoch um 7.00 Uhr GMT im Berliner CDU-Hauptquartier wieder zu treffen. Es ging um die letzten Feinheiten des Koalitionsvertrags. Bisher ist nicht bekannt geworden, was einen endgültigen Pakt verhindert hat.
Laut der Zeitung „Bild“ gibt es weiterhin Meinungsverschiedenheiten in der Steuerfrage, bei der die SPD eine Erhöhung der Steuern für die höchsten Einkommen befürwortet. Die CDU/CSU lehnt dies ab und möchte auch die Solidaritätssteuer von 5,5 %, die derzeit von den 10 % der Bevölkerung mit dem höchsten Einkommen gezahlt wird, ganz abschaffen. Die beiden Parteien würden sich auch in der Frage der Renten nicht einigen, da die SPD das Rentenniveau (durchschnittliche Rente im Verhältnis zum durchschnittlichen Lohn) auf 48 % festlegen möchte. Dies würde eine massive Erhöhung der Arbeitnehmerbeiträge bedeuten, was die Konservativen ablehnen.
Dennoch weist das Wochenmagazin „Der Spiegel“ darauf hin, dass das Ziel immer noch darin besteht, bis heute Mittag eine Einigung vorzulegen.
Quellen der Union gaben an, dass der CDU-Vorsitzende den Vorstand über den Stand der Verhandlungen informieren wolle.
Es ist noch unklar, ob eine Einigung vorgelegt werden kann, die auch die Verteilung der Ministerien und ihrer Inhaber umfasst, oder nur der Vertragsinhalt, über den die SPD ihre Mitglieder abstimmen lassen will, möglicherweise auf elektronischem Wege.
Kürzlich forderten auch mehrere Mitglieder der CDU und der Jungen Union, dass sie sich zu der Einigung äußern können.
Aufgrund der Pläne der Sozialdemokraten und der Osterferien wird derzeit über eine Kanzlerwahl im Bundestag um den 6. oder 7. Mai diskutiert.
Quelle: Agenturen


