La Palma: Was wird passieren, wenn die Lava des Vulkans das Meer erreicht?

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Die Lava des Vulkans Cumbre Vieja auf der Insel La Palma (Kanarische Inseln) befindet sich nur wenige Meter vor der Küste der Gemeinde Tazacorte und wird voraussichtlich in den nächsten Stunden mit dem Meer in Berührung kommen. Experten fordern die Öffentlichkeit auf, sich von der Küste fernzuhalten, sobald die Reste des glühenden Materials das Meer erreichen, um unnötige Risiken zu vermeiden.

Das ins Meer gelangende Magma könnte weitere Explosionen auslösen und zu einer Zunahme von Schwebstoffen und Dämpfen führen, die giftig für Augen, Lunge und Haut sind. All diese Reaktionen werden durch die Freisetzung von sehr feinen Salzsäurepartikeln in die Atmosphäre verursacht, die durch die chemische Reaktion zwischen Salzwasser und Lava entstehen.

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(Video zum Verständnis: Das ist der Moment, in dem eine dieser sechs Meter hohen Zungen auf ihrem Weg ins Meer mit dem Wasser eines Schwimmbeckens in Berührung kommt. In diesem Moment kommt es zu Explosionen, bei denen große Mengen an Gasen freigesetzt werden, die für die Menschen gesundheitsschädlich sein können.)

Die Vulkanologen warnen auch davor, dass eine Änderung der Windrichtung zu einer Ausbreitung des Rauchs auf Orte führen könnte, die weit von den Lavaströmen entfernt sind. Aus diesem Grund hat der spezielle Notfallplan für vulkanische Risiken auf den Kanarischen Inseln den Plan wegen der Möglichkeit neuer Explosionen, die zur Emission schädlicher Gase führen könnten, verschärft.

José Mangas, Professor an der Universität von Las Palmas de Gran Canaria, warnte ebenfalls davor, dass mit dem Eindringen des Magmas ins Meer ein saurer Regen auftreten könnte. Die AEMET hält dieses Szenario jedoch für “unwahrscheinlich”, obwohl sie einräumt, dass es “nicht ausgeschlossen werden kann”.

Als Präventivmaßnahme hat die Seekapitänsbehörde von Santa Cruz de Tenerife bis auf weiteres ein Fahrverbot in den Palmengewässern verhängt. Für die Massnahme zur nautischen Kontrolle wurden zwei Seenotrettungseinheiten in dem Gebiet mobilisiert. Der Betrieb des Flughafens läuft vorerst normal weiter, und der Flugverkehr über die Kanarischen Inseln ist nicht beeinträchtigt.

In den letzten Stunden ist die Geschwindigkeit des Lavastroms von 700 Meter pro Stunde auf 300 Meter pro Stunde gesunken, die Temperatur liegt jedoch weiterhin bei 1075 Grad Celsius. Auf seinem Vormarsch den Hang hinunter hat er mehr als 300 Häuser sowie Infrastruktur, Strom- und Kommunikationstürme zerstört. Mehr als 5.500 Einwohner wurden evakuiert.

Beitrag aktualisiert am 21.09.2021 | 12:43