Die Lebensmittelpreise in Spanien sind erneut gestiegen. Nach den neuesten Inflationszahlen des spanischen Statistikamtes INE lagen die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke um 3,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Vor allem bei täglichen Einkäufen wie Fleisch, Gemüse, Obst und anderen frischen Produkten spüren die Haushalte diesen Unterschied immer deutlicher.
Eine Produktgruppe sticht dabei besonders ins Auge: Frische und tierische Produkte werden deutlich teurer. Rindfleisch verteuerte sich im Jahresvergleich um 15 Prozent. Auch Schaffleisch verzeichnete erneut einen kräftigen Anstieg. Frischer und tiefgekühlter Fisch wurde ebenfalls teurer, ebenso wie Hühnerfleisch und andere Fleischsorten.
Darüber hinaus steigen auch die Preise für frische landwirtschaftliche Erzeugnisse. Gemüse und Hülsenfrüchte wurden innerhalb eines Jahres um 8,4 Prozent teurer. Bei frischem Obst lag der Anstieg bei 6,2 Prozent. Für viele Haushalte sind dies genau die Produkte, die wöchentlich im Einkaufskorb landen. Daher spüren die Verbraucher Preissteigerungen in diesen Kategorien besonders stark.
Nicht nur frische Produkte wurden teurer. Auch Kaffee und Kakao, zwei Produkte, die auf dem Weltmarkt schon länger unter Druck stehen, kosteten im Februar deutlich mehr als ein Jahr zuvor. In Spanien lagen diese Preise zusammen 7,5 Prozent höher als im Februar 2025.
Zudem wurden Nüsse und Obstkonserven teurer. Das zeigt, dass der Anstieg im Supermarkt breit spürbar ist. Es handelt sich also nicht um einen einzelnen Ausreißer, sondern um eine breitere Entwicklung bei den Lebensmittelpreisen in Spanien.
Dennoch betrifft der auffälligste Preisanstieg ein Produkt, das fast jeder in Spanien standardmäßig im Haus hat. Erst dort wird deutlich, wie verzerrt die Preisentwicklung in manchen Kategorien geworden ist. Eier waren im Februar nämlich 30,1 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Damit sind sie der mit Abstand stärkste Preisanstieg.
Dieser Anstieg liegt weit über dem von Rindfleisch, Gemüse oder Obst. Gerade weil Eier ein Grundnahrungsmittel sind, fällt dieser Anstieg besonders auf. Für Familien und Haushalte, die regelmäßig einfach und erschwinglich kochen wollen, summiert sich das schnell.
Das INE meldete, dass die Kategorie Lebensmittel und alkoholfreie Getränke im Februar auf Jahresbasis einen Anstieg von 3,2 Prozent verzeichnete, zwei Zehntel mehr als im Januar. Nach Angaben des Statistikamtes war dies unter anderem auf Preisentwicklungen bei Fisch und Meeresfrüchten sowie bei Ölen und Fetten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückzuführen.
Auch höhere Kraftstoffpreise spielen dabei eine Rolle, auch wenn dies auf dem Preisschild weniger direkt sichtbar ist. Ökonomen von CaixaBank Research weisen darauf hin, dass sich teurere Energie- und Transportkosten in der gesamten Kette auswirken, von der Produktion und dem Vertrieb bis zur Lieferung an Supermärkte und Märkte, und so Druck auf die endgültigen Lebensmittelpreise ausüben.
Gleichzeitig wurde die allgemeine Inflation durch niedrigere Strompreise gedämpft. Dadurch bleibt die Gesamtinflationsrate relativ begrenzt, während viele Verbraucher im Supermarkt dennoch das Gefühl haben, dass alles teurer wird.
Quelle: Agenturen




