Mallorca aktiv erleben

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Traumziel Mallorca: Rund fünf Millionen Deutsche zog es allein im Jahr 2019 zum Urlaub auf die bekannteste Baleareninsel. Sonnenschein satt, klares Mittelmeer, weiche Strände, Palmen und Gebirge, und das alles nur wenige Flugstunden von der Bundesrepublik aus entfernt machen den Urlaub auf „Malle“, wie die Insel liebevoll genannt wird, seit Jahrzehnten populär. Hinzu kommt der Reiz von deutschsprachigen Zeitungen, Menüs und mehr.

Wer in seinem Aufenthalt mehr erleben möchte als nur Strand und Meer, findet auf Mallorca jede Menge Attraktionen für jeden Geschmack.

Mallorca aktiv erleben

Die Hauptstadt Palma sollte keinesfalls fehlen. Obwohl sie in der Vergangenheit in erster Linie als Standort des berühmt-berüchtigten Partystrands Balneario 6 oder auf Deutsch Ballermann Schlagzeilen gemacht hat, ist Palma ein lohnendes Ziel auch für kultiviertere Vergnügen. An erster Stelle bei den Sehenswürdigkeiten steht die kurz La Seu genannte Kathedrale, die nach dem Ende der Maurenherrschaft dort erbaut wurde, wo bislang eine islamische Moschee stand. Nach der Grundsteinlegung im Jahr 1230 dauerte der im gotischen Stil gehaltene Kathedralenbau mehr als 370 Jahre, ehe das Hauptportal 1601 geweiht wurde. Doch 250 Jahre später wurden große Teile der Kathedrale durch Erdbeben zerstört und im neugotischen Stil wieder aufgebaut. Um das gotische Aussehen wieder herzustellen, wurde schließlich der für seinen eigenwilligen, an die Natur angelehnten Baustil weltberühmte Architekt Antonin Gaudi angeworben.

Die Kathedrale mit ihren farbenprächtigen Rosetten und der über 215 Stufen zu erreichenden Dachterrasse mit ihrem traumhaften Ausblick ist noch heute eine der Hauptattraktionen der Stadt.

Auch nachts hat Palma weitaus mehr zu bieten als Sangria am Ballermann. Exklusive Clubs und Restaurants sowie das Casino de Mallorca im eleganten Viertel Porto Pi laden dazu ein, sich auch nach Sonnenuntergang zu amüsieren. Wer allerdings direkt von der Strandbar an den Poker- oder Roulettetisch wechseln möchte, hat schlechte Karten. Zwar sind Smoking und Abendkleid nicht erforderlich, um Einlass zu erhalten, aber Badekleidung, Shorts und Sandalen sind auch auf Mallorca im Casino verpönt. Um nicht aus Unwissenheit gegen die Etikette oder die Spielregeln zu verstoßen, ist es für Anfänger empfehlenswert, sich vorher beim Online mit den Poker Regeln vertraut zu machen.

Einen prachtvollen Blick auf Palma gibt es vom Castell de Bellver. Um zu Fuß zur ehemaligen Festung aus dem 14. Jahrhundert zu gelangen, genügt ein Spaziergang entlang der Hafenpromenade und durch die malerischen Gassen der Altstadt. Wer das Castell zur Abenddämmerung besucht, kann erleben, wie Fledermäuse in der in ein fantastisches Licht getauchten Umgebung ihre Kreise ziehen.

In einem Vorort von Palma liegen die Höhlen von Genova. Die Besichtigung der bis zu 39 Meter in die Tiefe reichenden Tropfsteinhöhlen ist nur als Teil einer Führung möglich. Die auf diverse Galerien verteilten Tropfsteine sind zum Teil bunt beleuchtet und bieten einen unvergesslichen Anblick. Die Höhlen von Genova sind zwar nicht so bekannt wie die Drachenhöhlen bei Porto Cristo, die sich unterirdisch über 1,7 Kilometer erstrecken, aber dafür sind sie von Palmas Zentrum aus rasch erreicht.

Das weniger als eine Autostunde von der Hauptstadt entfernte Soller ist ebenfalls einen Abstecher wert. Obwohl der Ort im Mietwagen mühelos zu erreichen ist, lohnt es sich, stattdessen mit der Schmalspur-Eisenbahn zu fahren. Der „Rote Blitz“ aus dem Jahr 1912 fährt auf seinen nur 914 Millimeter breiten Schienen unter anderem durch 13 Tunnel und über ein 52 Meter hohes Viadukt, ehe die Fahrt nach 27 Kilometern am Bahnhof von Soller vor dem ältesten Empfangsgebäude der Welt endet.

Nostalgisch geht es auch im eine Stunde von Palma entfernten Alcudia zu. Die von den Überresten einer teilweise restaurierten Stadtmauer umgebene Altstadt zeigt noch heute deutliche Spuren arabischen und römischen Einflusses. Mit der Mauer sollten Piratenangriffe abgewehrt werden. Heute ist von Piraten zwar nichts mehr zu befürchten, aber ein Hauch von Romantik ist der Stadt erhalten geblieben. Historische Gebäude und neuere Bauten, altmodische Märkte und moderne Cafés und Boutiquen machen den Bummel durch den Kern von Alcudia zum entspannten Vergnügen.

Felsentor Es Pontàs
Felsentor Es Pontàs

Obwohl Mallorca in erster Linie für seine Strände bekannt ist, lohnt sich vor allem für Aktivurlauber ein Ausflug ins Gebirge. Die 90 Kilometer lange Serra de Tramuntana ist mit ihren aneinander gereihten Bergen bei erfahrenen Bergsteigern genauso beliebt wie bei Freizeitsportlern, die gerade ihre ersten Versuche beim Kraxeln machen. Weil nicht alle Wanderwege in dem seit 2011 zum UNESCO Welterbe zählenden Gebirge fertig ausgebaut und beschildert sind, sollte auf eine gute Karte jedoch nicht verzichtet werden.

In der Serra de Tramuntana ist auch Mallorcas bekanntestes Bergdorf angesiedelt. Das in 400 Meter Höhe gelegene Valdemossa war dank seines milden Klimas in der heißen Jahreszeit einst eine königliche Sommerresidenz. Berühmt wurde es allerdings durch den Besuch zweier Künstler Mitte des 19. Jahrhunderts. Die französische Schriftstellerin George Sand, die ihren Ehemann für den polnischen Komponisten Frédéric Chopin verlassen hatte, kam mit ihm in der Hoffnung auf die Insel, dass das Klima Chopins schwacher Brust guttun würde (). Das Paar verbrachte einen Großteil seines Aufenthalts in Mallorca in einem Kloster in Valdemossa. „Ein Winter auf Mallorca“, in dem George Sand ihre Erlebnisse – negativ und positiv – schilderte, erschien im Jahr 1842 und bringt noch heute jedes Jahr Tausende von Besuchern nach Valdemossa.

Zum Tramuntana-Gebirge gehört auch der mit 1.445 Meter höchste Berg von Mallorca, der Puig Major. Zwar sind die Gipfelspitzen militärisches Sperrgebiet, aber bis auf 800 Meter Höhe und an zwei Stauseen entlang können Urlauber zu Fuß oder auf dem Fahrrad kommen.

Bei aller Beliebtheit der Baleareninsel gerade bei deutschen Touristen gibt es auf Mallorca immer noch haufenweise Orte, die zu Stille und Beschaulichkeit jenseits der Menschenmengen einladen. Auch das trägt zur Popularität des Eilands bei.

Beitrag aktualisiert am 11.02.2021 | 15:14