Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle für Spanien. Allein im Jahr 2022 brachte der Tourismus 159,5 Milliarden Euro ein. Doch einige beliebte Reiseziele haben mit Übertourismus zu kämpfen. Was genau ist Übertourismus und welche Folgen hat er? Barcelona, die Kanarischen Inseln und die Balearen bekommen zunehmend die Schattenseiten des Massentourismus zu spüren.
Übertourismus, auf Spanisch „Sobreturismo“ und auch Massentourismus genannt, bezeichnet ein unkontrolliertes Wachstum des Tourismus. Wenn ein Reiseziel mehr Touristen anzieht, als es verkraften kann, treten negative Folgen auf. Der Schaden überwiegt dann den Nutzen.
Einige häufige Probleme des Übertourismus sind:
Naturschäden: Touristen dringen in empfindliche Naturgebiete ein und schädigen Flora und Fauna.
Umweltverschmutzung und Abfall: Zunahme von Abfällen, Emissionen und Lebensmittelresten, die eine Stadt nicht immer verarbeiten oder recyceln kann.
Wasserknappheit: Aufgrund des zusätzlichen Drucks auf die Wasserversorgung kann es zu Wasserknappheit oder sogar zu Versorgungsengpässen kommen.
Vertreibung von Einheimischen: Durch die Zunahme von Ferienvermietungen wie Airbnb werden Einheimische aus beliebten Vierteln vertrieben.
Die Balearen, mit Mallorca und Ibiza als den bekanntesten Inseln, ziehen jährlich rund 16 Millionen Besucher an. Billigflüge und Ferienhäuser haben zu einer Gentrifizierung geführt, auch in kleineren ländlichen Orten.
Untersuchungen der Universität der Balearen zeigen, dass bis 2022 bis zu 34 % der Häuser in ausländischem Besitz sein werden. Dies treibt die Hauspreise in die Höhe und macht das Wohnen für die Einheimischen unerschwinglich. Infolgedessen fühlen sich die Inselbewohner dem endlosen Besucherstrom zunehmend feindlich gegenüber.
Die lokale Regierung versucht, den Übertourismus einzudämmen, indem sie Geldstrafen gegen störendes Verhalten wie das „Balconing“ (Springen von Hotelbalkonen) verhängt. Auch für All-inclusive-Hotels wurden Beschränkungen eingeführt. Dies löst jedoch nicht das grundlegende Problem der Überbelegung und der Vertreibung der Einheimischen.
Quelle: Agenturen




