Es gibt eine große Lebensmittelwarnung für Babymilchpulver, wobei Produkte in mehr als 60 Ländern aufgrund des vermuteten Vorhandenseins eines Toxins vorsorglich aus den Regalen genommen wurden. In Spanien litten mehrere Säuglinge unter Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden, wobei einige Babys sogar ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.
Grund für den Rückruf ist das mögliche Vorhandensein von Cereulid, einem Toxin, das vom Bakterium Bacillus cereus produziert wird. Diese Substanz kann schnell Übelkeit, Durchfall und andere schwere Magen-Darm-Probleme verursachen. Besonders Babys unter sechs Monaten sind dabei einem erhöhten Risiko ausgesetzt.
Die Probleme kamen Ende November ans Licht, als Nestlé bei internen Kontrollen Spuren von Cereulid in Produkten aus einem Werk im niederländischen Nunspeet entdeckte. Trotz dieser Entdeckung dauerte es mehrere Tage, bis Behörden und Verbraucher offiziell informiert wurden, was zu Kritik aus verschiedenen Richtungen führte.
In Spanien ergriff die Lebensmittelsicherheitsbehörde AESAN am 12. Dezember erste Maßnahmen und nahm eine bestimmte Charge des Produkts Nidina 1 aus dem Handel. Kurz darauf folgten weitere Rückrufaktionen für andere Chargen und Marken, die möglicherweise mit derselben Kontamination in Berührung gekommen waren.
Nicht nur Nestlé war betroffen. Auch andere große Hersteller wie Danone, Lactalis, Vitagermine, Hochdorf und Granarolo beschlossen vorsorglich, verschiedene Babynahrungsprodukte zurückzurufen. Nach Angaben der Unternehmen handelt es sich um vorbeugende Maßnahmen, um jedes mögliche Gesundheitsrisiko auszuschließen.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) arbeitet inzwischen an neuen Richtlinien, um klare Sicherheitsgrenzwerte für den Gehalt an Cereulid in Babynahrung festzulegen. Verbraucherorganisationen wie Foodwatch bleiben jedoch kritisch und sind der Meinung, dass die Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit zu spät und nicht transparent genug erfolgt sei.
Quelle: Agenturen




