Merkel fordert “Express-Lockdown” zur Eindämmung von Ansteckungen

Lesedauer des Artikels: ca. 3 Minuten -

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel erwägt ernsthaft, eine neue kurzfristige nationale Sperre auszurufen, um den Anstieg der Fälle und des Auftretens des Coronavirus in den letzten Tagen einzudämmen und die Impfkampagne zu erleichtern, die derzeit im Land läuft, so Quellen in ihrer Partei, der Christlich Demokratischen Union (CDU).

“Es geht darum, eine Brücke zu mehr Normalität zu bauen. Und es wäre eine sehr kurze Brücke”, paraphrasierten ihre Parteiquellen Merkel.

AEinblendung

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, der als Spitzenkandidat für die Nachfolge Merkels als Bundeskanzler gilt, schlug eine ähnliche Maßnahme vor, eine “Brückensperre”, um Infektionen im Keim zu ersticken und die Impfkampagne zu beschleunigen.

Die deutschen Behörden haben am Sonntag (11.04.2021) rund hundert Todesfälle durch das Coronavirus in den letzten Tagen und 17.800 Neuinfektionen bestätigt, zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Land im Rahmen der Pandemie der Schwelle von drei Millionen Infektionen nähert.

Das Robert-Koch-Institut, die für die Kontrolle von Infektionskrankheiten zuständige Regierungsstelle, hat über ihre Website mitgeteilt, dass in den letzten 24 Stunden 17.855 Fälle und 104 Todesfälle festgestellt wurden, was die Gesamtzahlen auf 2.998.268 bzw. 78.353 bringt.

Man merkte an, dass die kumulative Inzidenzrate in den letzten sieben Tagen 129,2 Fälle pro 100.000 Einwohner beträgt, mit fast 248.000 aktiven Fällen, verglichen mit der Inzidenz von 120,6, die am Samstag aufgezeichnet wurde.

Andererseits hat man die Gesamtzahl der Menschen, die bisher von COVID-19, der durch das neue Coronavirus verursachten Krankheit, genesen sind, auf etwa 2.671.200 beziffert, darunter etwa 9.600 in den letzten 24 Stunden.

RKI-Direktor Lothar Wieler hat die Situation als “sehr, sehr ernst” bezeichnet. Daten von mehr als 70 Krankenhäusern im ganzen Land zeigen, dass sich die Intensivstationen wieder füllen und dass die Eingewiesenen immer jünger werden.

Gerade an diesem Sonntag hat die Deutsche Bahn eine Bundesverordnung verabschiedet, die es Bürgern verbietet, ihre Dienste zu nutzen, wenn sie keine Maske haben.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn erklärte gegenüber der “Welt am Sonntag”, dass die Zahl der Verweigerer bisher gering sei, aber ab sofort und für ein halbes Jahr werde es eine Regelung geben, dass diejenigen, die die Maske nicht benutzen, ausgewiesen werden.

Die Benutzung von Regional- und Fernverkehrszügen sowie der Zugang zu Bahnhöfen wird ohne das Tragen einer Maske nicht möglich sein und im Wiederholungsfall kann sogar Strafanzeige erstattet werden.

Beitrag aktualisiert am 12.04.2021 | 07:46