Im Jahr 2026 laufen die Mietverträge von nicht weniger als 632.000 Haushalten in Spanien aus. Viele dieser Fünfjahresverträge wurden nach der Pandemie unterzeichnet, aber seitdem hat die Marktentwicklung zu erheblichen Preissteigerungen geführt. Das bedeutet, dass etwa 1,6 Millionen Menschen mit einer erheblichen Mieterhöhung konfrontiert sein könnten. Aus der bestehenden Gesetzgebung geht jedoch hervor, dass Mieter in bestimmten Fällen diese Erhöhung ablehnen können.
Diese Möglichkeit ist nicht neu, gewinnt aber jetzt, da so viele Verträge gleichzeitig auslaufen und die Mieten stark gestiegen sind, zusätzliche Bedeutung.
Etwa eineinhalb Millionen Menschen müssen sich möglicherweise erneut mit ihrem Vermieter an einen Tisch setzen, um über die Höhe ihrer Miete und gegebenenfalls über die Laufzeit ihres Vertrags zu verhandeln. Nach Berechnungen des Ministeriums für soziale Rechte, Konsum und Agenda 2030 könnte es sich um durchschnittlich 1.735 Euro zusätzlich pro Jahr handeln. In touristischen Gebieten wie den Balearen können es sogar bis zu 4.615 Euro sein.
Das Ministerium hat außerdem berechnet, dass vor allem in den Regionen Madrid, Katalonien, Andalusien und Valencia relativ viele Mieter mit solchen Erhöhungen konfrontiert sein werden. Hier laufen die meisten Mietverträge in Kürze aus.
Gemäß dem LAU darf ein Vermieter die Miete nicht einseitig anpassen. Eine Erhöhung muss immer im Rahmen der ursprünglichen Vertragsvereinbarungen liegen. Und mindestens ebenso wichtig: Der Vermieter muss mindestens 30 Tage im Voraus schriftlich mitteilen, dass die Miete erhöht wird. Tut er dies nicht, kann der Mieter die Mieterhöhung ablehnen und den alten Mietpreis weiterzahlen, bis beide Parteien eine neue Vereinbarung treffen.
Ob eine Miete erhöht werden darf, hängt auch vom Datum der Vertragsunterzeichnung ab.
Für Verträge, die vor dem 26. Mai 2023 abgeschlossen wurden, gilt, dass die Miete jährlich auf der Grundlage des Verbraucherpreisindex (VPI) erhöht werden darf.
Für Verträge, die nach diesem Datum abgeschlossen wurden, gilt ein neues System: der Referenzindex für Wohnmieten. Dieser Index soll die Mieten in beliebten Gegenden in Grenzen halten.
Sumar drängt zusammen mit Minister Pablo Bustinduy von Consumo auf eine automatische Verlängerung dieser Verträge um drei Jahre und eine Begrenzung der Erhöhungen auf das VPI-Niveau, um Exzesse zu vermeiden. Die Katastrophe wäre unüberschaubar, wenn alle Vermieter dieser Verträge, die 2026 auslaufen, ihre Mieten drastisch erhöhen würden.
Mieter haben auch nicht einfach so eine neue Wohnung zur Verfügung, da der spanische Mietmarkt von einer großen Wohnungsknappheit geplagt ist. Darüber hinaus geben bereits jetzt etwa 36 % der Mieter mehr als 30 % ihres Einkommens für Miete aus.
Wer in Spanien zur Miete wohnt, tut gut daran, das Ablaufdatum des Vertrags genau im Auge zu behalten. Wenn der Vermieter die Miete ohne klare Ankündigung oder ohne angemessene Begründung erhöhen will, ist es möglich, diese Mieterhöhung abzulehnen. Mieter sind in diesem Fall stärker als sie manchmal denken.
Quelle: Agenturen





