Mögliche Korruption bei Spaniens größtem Windenergieprojekt?

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Die spanische Guardia Civil hat einen mutmaßlichen Korruptionsfall im Zusammenhang mit großen Wind- und Solarenergieprojekten in Aragón aufgedeckt. Die Untersuchung konzentriert sich vor allem auf das riesige Windenergieprojekt Clúster del Maestrazgo, das von dem Unternehmen Forestalia entwickelt wurde. Den Ermittlern zufolge soll ein Netzwerk aus Unternehmen und Beamten zusammengearbeitet haben, um Umweltgenehmigungen zu erhalten.

Seit längerer Zeit fragten sich Umweltorganisationen und lokale politische Gruppen, wie bestimmte Projekte trotz erheblicher Umweltbedenken dennoch eine positive Umweltverträglichkeitsprüfung erhielten. Vor allem das Windkraftprojekt in der Provinz Teruel, das größte in Spanien, stand dabei im Rampenlicht. Die jüngste polizeiliche Untersuchung scheint diese Vermutungen nun zu bestätigen.

Eine Schlüsselrolle soll laut den Ermittlern ein ehemaliger hoher Beamter des Ministeriums für ökologischen Wandel gespielt haben. Er soll für die Umweltprüfungen von Energieprojekten verantwortlich gewesen sein. Nach Aussagen von Technikern innerhalb des Ministeriums unterhielt dieser Beamte enge Verbindungen zu dem Energieunternehmen, das das Projekt entwickelte.

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Um mögliche Bestechungsgelder zu verschleiern, sollen zwei wenig transparente Unternehmen genutzt worden sein. Diese Unternehmen sollen von dem Beamten und seinem Partner zu einem symbolischen Preis gekauft worden sein. Über diese Konstruktion konnten Zahlungen entgegengenommen werden, ohne dass diese direkt auf die beteiligten Parteien zurückgeführt werden konnten.

Diese beiden Unternehmen waren wiederum Eigentümer eines dritten Unternehmens. Den Ermittlern zufolge wurde gerade über dieses Unternehmen das Geld weitergeleitet, das als Belohnung für die Beschleunigung oder Genehmigung von Umweltbeschlüssen gedacht war. So konnten Projekte schneller grünes Licht erhalten.

Die Ermittlungen sind Teil einer größeren Operation, in deren Rahmen zwölf Hausdurchsuchungen in Madrid und Zaragoza durchgeführt wurden. Dabei wurden Dokumente, Computer und Mobiltelefone beschlagnahmt. Die Behörden hoffen, damit weitere Beweise zu finden und herauszufinden, wie umfangreich das Netzwerk genau war.

Der Fall spielt sich vor dem Hintergrund des starken Wachstums von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien in Spanien zu Beginn dieses Jahrzehnts ab. In weniger als anderthalb Jahren erteilte die Regierung mehr als 180 Genehmigungen für große Energieparks mit einer Kapazität von über 50 Megawatt. Dieses rasante Tempo führte zu Kritik und nun auch zu einer groß angelegten strafrechtlichen Untersuchung.

Quelle: Agenturen