„Moros y Cristianos“ in Pollenca – 2020 aber anders

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Pollença verzichtet auf „Moros y Cristianos“ und wird während des Patronatsfestes Menschenmassen vermeiden. Der örtliche Sicherheitsausschuss, der diese Woche in Pollença tagte, beschloss, alle Veranstaltungen für die Feierlichkeiten zum Schutzheiligen auszusetzen, die zu Menschenmassen führen könnten.

Dazu gehören die Simulation „Moros y Cristianos“ am 2. August sowie andere etablierte Traditionen wie die Alborada am frühen Morgen, die Kanonaden, die den Beginn der Festlichkeiten ankündigen, und die beliebten Nachtparties.


Die Vertreter der Stadtverwaltung von Pollença, der lokalen Polizei und der Guàrdia Civil trafen diese Entscheidung endgültig, obwohl der Bürgermeister von Pollença, Bartomeu Cifre, während der Ausgangssperre vorgebracht hatte, dass die Feierlichkeiten “einen hohen kulturellen, sportlichen und festlichen Charakter haben würden, aber unter Berücksichtigung der Einschränkungen, die die Gesundheitskrise uns zwingt, zu berücksichtigen”.

Eine der größten Ängste der für die Sicherheit der Pollenfestivals verantwortlichen Personen liegt in den Menschenmassen, die registriert werden, vor allem während der Simulation „Moros y Cristianos“. Deshalb stellte der Bürgermeister gestern klar, dass “alle überfüllten Veranstaltungen aus dem Programm der Festivals gestrichen werden”.

Aus dem Stadtrat erwägt man mehrere Alternativen, um irgendwie die am meisten erwarteten Ereignisse wie die „Moros y Cristianos“, die Alborada oder die Kanonaden, aber in jedem Fall “wird nicht vorgeschlagen werden, um Konzentrationen der Öffentlichkeit zu ermöglichen”, sagt Cifre. In jedem Fall wird das Veranstaltungsprogramm in diesem Jahr von kleinem Format sein, wie es andere Gemeinden bereits getan haben.

Die Cossiers kündigten letzten Monat an, dass sie während der diesjährigen La Patrona-Feierlichkeiten nicht tanzen würden, und boten an, sich an alternativen Vorschlägen zu beteiligen.

Historie

Jedes Jahr am 2. August stellen die Bürger von Pollença mit “Moros y Cristianos” in Kostümen die historische Schlacht von 1550 nach, in der sie erfolgreich einen Angriff maurischer Piraten abwehren konnten.

02.08. „Moros y Cristianos“ in Pollenca. Abends wird die historische Schlacht zwischen Piraten und den Einwohnern Pollencas und deren Sieg aus dem Jahr 1550 dargestellt. Um Mitternacht gibt es ein großes Feuerwerk und gefeiert wird bis in die frühen Morgenstunden.

Moros y Cristianos (kastilisch) oder Moros i Cristians (katalanisch), zu deutsch „Mauren und Christen“ sind Fiestas mit historischem Hintergrund, die in vielen Gegenden Spaniens gefeiert werden.

Die Fiestas finden im Gedenken an die Reconquista und die Kämpfe zwischen maurischen und christlichen Truppen zwischen dem 8. und dem 15. Jahrhundert statt. Seltener werden auch die Überfälle nordafrikanischer Piraten (Korsaren) an der Mittelmeerküste nachgespielt, wie beispielsweise in Port de Sóller auf Mallorca.

Die Dramaturgie der Fiestas besteht in der Eroberung einer Stadt durch die Mauren und deren Rückeroberung durch die Christen. Die Teilnehmer der Fiestas sind in filaes or comparsas organisiert. Diese Gruppen stehen für christliche oder maurische Truppen. Die Darsteller der Christen tragen mittelalterlichen Gewändern nachempfundene Kostüme wie Metallrüstungen mit Pelzbesatz und Helme. Sie reiten bei den Festumzügen oft auf Pferden.

Die Mauren-Darsteller treten in arabischen Kostümen mit Säbeln auf und reiten bei den Festumzügen zuweilen auf Kamelen oder Elefanten. Zu den mehrtägigen Festen gehören Umzüge, Böllerschüsse, Feuerwerke und mittelalterliche Musik. Ein nachgestellter Kampf um eine Burg bildet meist den Höhepunkt der Fiesta, die darin endet, dass sich der Befehlshaber der Mauren den Christen ergibt.

Fotos: https://www.facebook.com/PollencaMallorca