Zwischen dem 25. November 2025 und dem 10. Januar 2026 erhalten alle niederländischen Haushalte eine neue Informationsbroschüre von der Regierung. Diese Broschüre, bekannt als „Denk Vooruit-boekje” (Vorausdenken-Broschüre), dient als praktischer Leitfaden, um die Bevölkerung besser auf Notfälle vorzubereiten.
Obwohl die Kampagne bereits seit einiger Zeit läuft, ist dies das erste Mal, dass ein solcher Leitfaden in den Niederlanden in großem Umfang an alle Haushalte verteilt wird. In Spanien ist eine solche Maßnahme derzeit noch nicht üblich.
Die Broschüre erklärt, wie Sie sich und Ihre Familie im Falle eines großflächigen Stromausfalls, extremer Wetterbedingungen oder einer digitalen Störung mindestens 72 Stunden lang versorgen können. Das Ziel ist nicht, Panik zu schüren, sondern Ruhe zu bewahren. Denn wer weiß, was zu tun ist, kann Chaos verhindern, wenn es wirklich darauf ankommt.
Was genau steht in der Broschüre? Der Inhalt ist überraschend praxisorientiert und umfasst beispielsweise eine Checkliste für die Zusammenstellung eines Notfallpakets (Wasser, haltbare Lebensmittel, Taschenlampe, Batterien, Erste-Hilfe-Kasten, Powerbank usw.), Tipps für die Erstellung eines Notfallplans, einschließlich Vereinbarungen mit Mitbewohnern, und Ratschläge für die Zusammenarbeit mit Nachbarn, Freunden oder Familienangehörigen, wenn die Rettungsdienste vorübergehend überlastet sind.
Die Regierung betont, dass es sich hierbei nicht um Katastrophenszenarien handelt, sondern um realistische Situationen, mit denen jedes Land konfrontiert werden kann. Wer sich schon jetzt Gedanken über einen Plan macht, kann später gelassener reagieren.
Für niederländische Leser in Spanien ist es interessant zu sehen, wie anders dies in den Niederlanden gehandhabt wird. In Spanien gibt es zwar regionale Warnungen über Protección Civil und Apps wie My112, aber eine landesweite Kampagne, bei der jeder Haushalt ein Heft erhält, wie es derzeit in den Niederlanden der Fall ist, gibt es bisher nicht.
Die Krisenkommunikation in Spanien ist eher reaktiv als präventiv. Die Menschen werden vor allem informiert, wenn etwas passiert, und nicht Monate im Voraus, um sich vorbereiten zu können.
Genau deshalb fällt der niederländische Ansatz auf. In einer Zeit, in der Klimawandel, Waldbrände, heftige Regenfälle, Hitzewellen und Stromausfälle immer häufiger in den Nachrichten erscheinen, wäre eine ähnliche Kampagne in Spanien kein überflüssiger Luxus. Viele Spanier verlassen sich auf staatliche Dienste, haben aber zu Hause kaum Vorkehrungen für Notfälle getroffen.
Ob Sie nun in den Niederlanden oder in Spanien leben: Ein wenig Vorbereitung kann nie schaden. In einem Land wie Spanien sind Sie oft besonders auf das lokale Netzwerk, Nachbarn und Freunde angewiesen. Denken Sie daher über grundlegende Dinge nach: Woher beziehen Sie Wasser, wenn es zu einer Störung kommt, wie erreichen Sie Ihre Familienangehörigen, wenn das Mobilfunknetz ausfällt, und was haben Sie zu Hause für die ersten Tage, wenn die Rettungsdienste noch unterwegs sind?
Das Buch „Denk Vooruit” (Vorausdenken) ist online als PDF verfügbar, sodass Sie die Informationen auch von Spanien aus einsehen und anwenden können. In dieser Hinsicht ist die Niederlande führend: praktische Informationen, klar erklärt und auf Zusammenarbeit und Selbstständigkeit ausgerichtet.





