„Netzwerk von Folterlagern“ in Israel?

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Die israelische Nichtregierungsorganisation B’Tselem prangert an, dass Israel parallel zum Krieg gegen den Iran ein „Netzwerk von Folterlagern“ in seinen Gefängnissen und militärischen Haftanstalten unterhält, in denen palästinensische Häftlinge unter Hunger, Misshandlungen und „systematischer“ Folter leiden.

„Auch während des israelisch-amerikanischen Angriffs auf den Iran betreibt Israel weiterhin von Nord bis Süd ein Netzwerk von Folterlagern für palästinensische Gefangene, in denen systematische Misshandlungen stattfinden, darunter körperliche Gewalt und psychische Folter, unmenschliche Bedingungen, Hunger und die Verweigerung medizinischer Versorgung“, prangerte die NGO am späten Montagabend (23.03.2026) an.

Nach Angaben des israelischen Strafvollzugsdienstes (IPS) befanden sich im März 2026 etwa 9.446 Palästinenser in israelischen Haftanstalten, von denen 4.691 (fast 50 %) keine formelle Anklage, keinen Verhandlungstermin und keine Anklagepunkte erhalten haben – sie befinden sich in sogenannter „Verwaltungshaft“.

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„Diese Folterlager sind Teil des geplanten und groß angelegten Angriffs, den Israel gegen die palästinensische Gesellschaft führt, dessen Ziel es ist, die Palästinenser als Gruppe zu zerschlagen und zu vernichten“, fügt B’Tselem hinzu.

In ähnlichem Ton forderte gestern die UN-Sonderberichterstatterin für die Palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, die Untersuchung und die Erlassung von Haftbefehlen gegen drei israelische Minister als Verantwortliche für Folter an Palästinensern; eine Tat, die sie als individuelle Ausprägung des „Völkermords“ bezeichnete, unter dem das palästinensische Volk leidet.

Albanese, die diesen Appell vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen vorbrachte, machte den israelischen Verteidigungsminister Israel Katz, den Minister für nationale Sicherheit, den Siedler Itamar Ben-Gvir, der für Gefängnisse und die Polizei zuständig ist, sowie den Finanzminister Bezalel Smotrich verantwortlich.

In den letzten zwei Jahren sind mindestens 84 palästinensische Gefangene, deren Identität festgestellt wurde, darunter ein Minderjähriger, in israelischer Haft gestorben.

Seit Oktober 2023 liegt diese Zahl bei rund hundert, wie aus Daten hervorgeht, die vor vier Monaten von der NGO „Ärzte für Menschenrechte – Israel“ (PHRI) erhoben wurden; in vielen Fällen offenbar als direkte Folge von Folter, medizinischer Vernachlässigung und Nahrungsentzug durch Soldaten und Gefängnisbeamte.

Die NGO warnte damals zudem, dass die Gesamtzahl der Todesfälle in Gefängnissen und militärischen Haftanstalten weitaus höher sein könnte, da Hunderte weiterer Personen, die vermutlich in Gaza inhaftiert sind, nicht ausfindig gemacht werden können.

Quelle: Agenturen