Nicht nur TUI – Alle deutschen Reiseveranstalter stornieren ihre organisierten Reisen auf die Balearen

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Alle deutschen Reiseveranstalter haben sich entschlossen, ab Samstag (15.08.2020) ihre organisierten Reisen auf die Balearen abzusagen, nachdem die Bundesregierung vor dem Wiederaufflammen von Coronavirus-Fällen in Spanien gewarnt hatte, berichtete der Deutsche Reiseverband (DRV).

Die Organisation teilte in einer Erklärung mit, dass es “normales Verfahren” für Reiseveranstalter sei, geschlossene Pauschalreisen zu stornieren, wenn die Regierung von Reisen in eine Region abrät, wie dies am Freitag für ganz Spanien (mit Ausnahme der Kanarischen Inseln) wegen der COVID-19-Pandemie in Berlin der Fall war.

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Die Absagen werden von Woche zu Woche bekannt gegeben, um die Gesundheitssituation auf den Inseln zu analysieren und angemessen zu handeln.

Der DRV wies auch darauf hin, dass rund 30.000 Deutsche derzeit ihre Sommer auf den Balearen mit organisierten Reisen verbringen und sagte, er könne nicht abschätzen, wie viele versuchen werden, nach der Entscheidung der deutschen Regierung früher nach Hause zurückzukehren.

Die deutsche TUI, der weltgrößte Reiseveranstalter, hat bereits angekündigt, dass sie die vorzeitige Rückkehr ihrer Kunden in Spanien erleichtern und eine Umbuchung für diejenigen ermöglichen wird, die ihren Urlaub noch nicht angetreten haben.

Die deutsche Regierung nahm Spanien, mit Ausnahme der Kanarischen Inseln, in die Liste der nicht zu bereisenden Risikogebiete auf, in die etwa 140 Länder gehören.

Dieser Schritt erfolgt, nachdem Deutschland Mitte Juni seine Grenzen zu den meisten europäischen Ländern wieder geöffnet hat, nachdem es die Schließung zur anfänglichen Kontrolle der Pandemie durchgesetzt hatte.

Die Entscheidung wurde auf der Grundlage einer Reihe von Kriterien getroffen, darunter die relative Zahl der Fälle. Von 50 Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner spricht das Robert-Koch-Institut, das epidemiologische Referenzzentrum in Deutschland, von Risikogebieten.

Bisher wurden fünf spanische autonome Gemeinschaften in diese Klassifizierung aufgenommen: Katalonien, Aragonien und Navarra, die Ende Juli aufgenommen wurden, sowie Madrid und das Baskenland ab dem 10. Juli.

Die Zahl der neuen täglichen Fälle in Deutschland ist in den letzten Tagen deutlich angestiegen und stabilisiert sich bei etwa tausend. Das RKI schätzt, dass es sich bei rund einem Drittel der Neuinfektionen um importierte Fälle handelt, meist um Personen, die aus dem Urlaub im Ausland zurückkehren.

Spanien ist traditionell das erste internationale Reiseziel für Deutsche. Für Spanien ist der Tourismus der wichtigste Wirtschaftssektor, sowohl in Prozent des BIP als auch in Bezug auf die Beschäftigung.