Es klingt fast unglaublich: Menschen, die ohne gültiges Ticket versuchen, nach Mallorca zu fliegen. Dennoch sind in den letzten Jahren mehrere Fälle bekannt geworden, in denen Personen ohne Bordkarte oder auf ihren Namen ausgestelltes Ticket bis zum Gate oder sogar an Bord eines Flugzeugs gelangt sind. Das wirft bei vielen Reisenden eine logische Frage auf: Wie ist das im Jahr 2026 angesichts all der Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen noch möglich?
Im Jahr 2023 wurde am Flughafen Zürich nur ein einziger Vorfall registriert, bei dem jemand ohne gültiges Ticket zu fliegen versuchte. Damals schien das noch eine Ausnahme zu sein. Aber im Jahr 2024 und in den ersten Monaten des Jahres 2025 stieg diese Zahl bereits auf vier festgestellte Fälle. Der Anstieg ist in absoluten Zahlen gering, aber auffällig genug, um Alarmglocken läuten zu lassen.
Einer der meistdiskutierten Fälle betraf eine Frau, die ohne Ticket einen Flug nach Amsterdam nehmen konnte und zwei Wochen später erneut versuchte, mitzufliegen, diesmal nach Barcelona. Bei ihrem zweiten Versuch wurde sie erwischt. Der Richter verurteilte sie zu einer Geldstrafe von 500 Euro.
Ein anderer Mann, der unter dem Einfluss von Alkohol stand, versuchte ebenfalls, ohne Ticket an Bord zu gehen. Er behauptete, es sei ein Experiment gewesen, um zu testen, ob es genauso einfach sei wie ohne Ticket mit dem Zug zu fahren.
Aber wie ist das überhaupt möglich? Wenn Sie schon einmal von einem europäischen Flughafen nach Spanien geflogen sind, wissen Sie, dass man normalerweise mehrere Kontrollen durchlaufen muss. Zuerst checkt man online oder an einem Schalter ein. Dann geht man durch die Sicherheitskontrolle, wo das Handgepäck gescannt wird und man selbst durch einen Detektionsbogen läuft. Anschließend wird Ihre Bordkarte am Gate erneut gescannt, bevor Sie das Flugzeug betreten. Auf dem Papier scheint das System also wasserdicht zu sein.
Dennoch gibt es offenbar Schwachstellen, die fast immer mit dem Faktor Mensch zu tun haben. In Stoßzeiten, wie z.B. in den Ferien oder an Feiertagen, ist es an den Gates besonders hektisch. Einige Flughäfen arbeiten mit automatischen Zugangsscannern, an denen Sie Ihre Bordkarte selbst scannen. Wenn jemand direkt hinter einem zahlenden Passagier läuft, kann er oder sie manchmal unbemerkt durch den Scanner schlüpfen. Dies wird auch als „Mitlaufen” bezeichnet. Es handelt sich also nicht um jemanden, der ohne Sicherheitskontrolle direkt ins Flugzeug geht, sondern um den Missbrauch von Menschenmengen und Automatisierung.
Darüber hinaus gibt es innerhalb des Schengen-Raums bei Flügen zwischen beispielsweise Deutschland und Spanien in der Regel keine Passkontrolle mehr. Ihre Identität wird zwar von der Fluggesellschaft überprüft, aber nicht immer systematisch von der Grenzpolizei. Daher liegt der Schwerpunkt vor allem auf der Ticket- und Bordkartenkontrolle durch die Fluggesellschaft selbst.
Bedeutet dies, dass die Kontrollen nicht streng genug sind? In der Praxis nicht. In fast allen bekannten Fällen wurden die betroffenen Personen noch vor dem Abflug oder unmittelbar nach der Landung entdeckt. Das liegt daran, dass es mehrere Kontrollpunkte gibt. Beim Einsteigen wird nicht nur Ihre Bordkarte gescannt, sondern das System überprüft auch, ob dieser Scan mit der Anzahl der eingecheckten Passagiere übereinstimmt. Stimmt die Anzahl nicht überein, wird ein Signal ausgelöst. Auch das Kabinenpersonal achtet auf leere Sitze und unerwartete Passagiere.
Flughäfen und Fluggesellschaften nehmen diese Vorfälle ernst. Immer häufiger werden verbesserte Scanner eingesetzt, die jeweils nur eine Person durchlassen. Einige Flughäfen haben zusätzliches Personal an den automatischen Gates eingesetzt, um Mitreißen zu verhindern. Auch die Kameraüberwachung wird ausgeweitet und mit Echtzeit-Monitoring gekoppelt. Darüber hinaus werden die Mitarbeiter geschult, um auf ungewöhnliches Verhalten an Gates und Umsteigepunkten zu achten.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Zahl der Fälle im Verhältnis zu den Millionen von Passagieren, die jährlich nach Spanien fliegen, sehr gering ist. Wenn man bedenkt, dass allein an großen Flughäfen täglich Zehntausende von Menschen abfliegen, handelt es sich um einen Bruchteil eines Prozents. Dennoch sorgen diese Vorfälle für zusätzliche Aufmerksamkeit, da die Sicherheit in der Luftfahrt keinerlei Risiken tolerieren darf.
Für Sie als Reisender ändert sich wenig, außer dass Sie möglicherweise feststellen, dass die Kontrollen manchmal etwas strenger oder sorgfältiger durchgeführt werden. Denken Sie beispielsweise an zusätzliche Kontrollen beim Betreten der Abflughalle oder eine Identitätskontrolle am Gate. Das kann vielleicht etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, trägt aber zu einem sicheren System bei.
Ohne Ticket zu fliegen mag wie ein Stunt aus einem Film erscheinen, aber in Wirklichkeit ist es fast unmöglich, unbemerkt an Ihrem Ziel anzukommen. Die Kombination aus digitalen Systemen, Personal und Sicherheitsverfahren sorgt dafür, dass Lücken im System schnell aufgedeckt und geschlossen werden. Die zuvor genannten Fälle zeigen vor allem, dass Wachsamkeit auch in einer stark kontrollierten Umgebung wie einem Flughafen weiterhin erforderlich ist.
Quelle: Agenturen





