In Palma auf Mallorca ist ein neunstöckiges Multifunktionsgebäude auf der Plaza de España für den Stadtteil Pere Garau geplant. Dieses Vorhaben wirft jedoch kritische Fragen auf: Wer trägt die Betriebskosten, und wer wird die Flächen tatsächlich nutzen?
Das Gebäude soll eine Bibliothek, eine Kindertagesstätte, ein Gesundheitszentrum und mehr beherbergen und auf dem ehemaligen Metropolitan-Gelände entstehen.
Die Idee ist vielversprechend, doch es mangelt an Antworten auf dringende Fragen. Genau dort, wo das alte Kino Metropolitan lange leer stand, plant Palma nun ein neunstöckiges Gebäude mit Holz- und Betonelementen, hellen Atrien und begrünten Terrassen. Die Stadtverwaltung möchte auf rund 7.000 Quadratmetern Räume für Polizei, Gesundheitszentrum, Bibliothek, Kita, Seniorentreff und Bürgerservice schaffen.
Bisher hat die Stadt 3,6 Millionen Euro für den Kauf des Grundstücks und des alten Kinos ausgegeben, und weitere 14,3 Millionen Euro sind für die Bauarbeiten vorgesehen. Der Baubeginn ist für das nächste Jahr geplant, und die Bauzeit soll etwa 18 Monate betragen.
Die Architekten Joan Fortuny und Martí Sans setzen auf flexible Obergeschosse, die sich „künftigen Bedürfnissen“ anpassen sollen. Der Bürgermeister sieht das Projekt als eine bedeutende Investition in den Stadtteil, die Pere Garau, einem Viertel mit etwa 30.000 Einwohnern, zugutekommen soll.
Doch reicht ein solches Gebäude aus, um die Defizite eines dicht besiedelten Viertels zu beheben? Diese Frage müssen Politik und Verwaltung beantworten.
Das Gebäude wirkt auf dem Papier wie ein Schweizer Taschenmesser: vieles drin, wenig draußen. Einerseits ist es verständlich, dass zusammengefasste Angebote Kosten sparen und Wege verkürzen können. Andererseits bleiben offene Fragen: Wer finanziert künftig Personal, Betrieb und Wartung?
Ein Bau verursacht einmalige Kosten, aber laufende Ausgaben für Ärzte, Bibliothekspersonal, Erzieherinnen, Sicherheitsdienst und Reinigung sind wiederkehrend. Woher kommen diese Mittel, wenn die kommunalen Haushalte bereits unter Druck stehen? Ein weiteres Risiko sind die versprochenen „flexiblen Etagen“, die teuer in der Umrüstung sind und klare Nutzungsregeln benötigen. Andernfalls könnten freie Räume brachliegen oder an externe Dienstleister vermietet werden, die nicht dem Gemeinwohl dienen. Und der Unterflur-Parkplatz mag kurzfristig die Parkplatznot lindern, fördert aber langfristig das Auto im Viertel, was im Widerspruch zu Verkehrs- und Klimazielen steht.
Quelle: Agenturen





