Die berühmte Pilgerstadt Santiago de Compostela in der spanischen Region Galicien will eine Touristensteuer im Sommer 2025 einführen. Die Stadtverwaltung will die Steuer nutzen, um die wachsende Tourismusbranche nachhaltiger zu gestalten und zusätzliche Einnahmen zu generieren. Die Stadt steht aufgrund der steigenden Besucherzahlen unter Druck.
Ein Entwurf der Verordnung wurde nun etwa 80 Organisationen aus den Bereichen Tourismus, Kultur und Gesellschaft vorgelegt. Der Stadtrat hofft, im Mai seine Zustimmung zu erteilen, damit die Maßnahme im Sommer 2025 in Kraft treten kann.
Die Steuer wird je nach Unterkunft zwischen 1 und 2,50 Euro pro Person und Nacht betragen. Hostels zahlen am wenigsten, Luxushotels am meisten. Ausnahmen gelten für Kinder unter 12 Jahren, Menschen mit einer anerkannten Behinderung, medizinische Übernachtungen und Sportteilnehmer.
Die Steuer wird von den Beherbergungsbetrieben eingezogen und an die Stadt abgeführt. Die Einnahmen sind für die Verbesserung der touristischen Einrichtungen, die Denkmalpflege, Veranstaltungen und Nachhaltigkeit bestimmt.
Die Stadt betont, dass es sich hierbei nicht um eine Maßnahme zur Abschreckung handelt, sondern um einen Schritt in Richtung eines verantwortungsvollen Tourismus. Hunderttausende Menschen besuchen Santiago jedes Jahr, hauptsächlich über den Jakobsweg.
Die Steuer folgt dem Beispiel von Städten wie Barcelona und San Sebastián. Die Regionalregierung hat bereits die Erlaubnis für solche kommunalen Initiativen erteilt. Santiago ist eine der ersten Städte in Galicien, die diese Möglichkeit nutzt.
Der touristische Sektor ist geteilter Meinung. Einige befürchten weniger Kunden, andere unterstützen die Initiative, um das Tourismusniveau aufrechtzuerhalten. Die Stadtverwaltung führt weiterhin Konsultationen durch, um eine breit abgestützte Umsetzung zu erreichen.
Quelle: Agenturen





