Prinz Jürgen zu Hohenlohe auf Mallorca – bis zu 8 Jahren Haft möglich

Lesedauer des Artikels: ca. 2 Minuten -

Im Prozess um ein Schneeballsystem auf Mallorca, der an diesem Montag (12.04.2021) vor dem Landgericht mit einem Wirrwarr von Vorfragen begonnen hat, werden Prinz Jürgen zu Hohenlohe und seine Frau zu acht Jahren Haft angedroht. Dem deutschen Aristokraten, dessen Titel durch die privaten Anschuldigungen in Frage gestellt wird, wird vorgeworfen, mit seinem Partner an einem Firmennetzwerk beteiligt gewesen zu sein, das acht Millionen Euro von deutschen Residenten auf den Inseln erbeutet hat.

AEinblendung

Den Vorwürfen zufolge täuschte das Ehepaar eine wirtschaftliche Zahlungsfähigkeit vor, die die Firma Mallorca Investments nicht hatte und begann, Finanzprodukte zu vermarkten, mit denen sie Renditen von bis zu 48 Prozent versprachen.

In ihren Büros hingen Fotos von Mitgliedern des Königshauses und anderen Persönlichkeiten. Parallel dazu waren sie auch als Vermittler für private Kredite und Immobilientransaktionen tätig.

Um 2010 stellte das Unternehmen die Zahlungen an die rund fünfzig Betroffenen ein und hinterließ ein Loch von mehr als acht Millionen Euro. Insgesamt haben sie nur 411.000 Euro an die Investoren zurückgegeben. Das Paar wurde verhaftet und verbrachte sechs Monate in Untersuchungshaft.

Es hat etwa ein Jahrzehnt gedauert, bis der Fall vor Gericht kam, und mehrere der Betroffenen sind bereits vor der Verhandlung gestorben. Einer der Gründe für die Verzögerung war die Übersetzung des gesamten Falles ins Deutsche.

Die Staatsanwaltschaft erhebt in diesem Fall keine Anklage, und es gibt etwa zwanzig private Staatsanwälte, die Haftstrafen von sechs bis acht Jahren wegen Betrugsdelikten fordern. Der Prozess wird voraussichtlich vier Wochen vor der Audiencia dauern.