In Spanien hat etwa ein Drittel der Erwachsenen eine private Krankenversicherung. Dennoch entscheidet sich die Mehrheit weiterhin dagegen. Aus Untersuchungen geht hervor, dass vor allem das Vertrauen in das öffentliche Gesundheitswesen eine große Rolle spielt. Mehr als die Hälfte der Menschen ohne private Krankenversicherung gibt an, dass die öffentliche Gesundheitsversorgung für sie ausreichend ist. Andere sehen in ihrem Alter oder ihrer Gesundheit keinen Grund, eine zusätzliche Versicherung abzuschließen.
Der Preis einer Versicherung bleibt ein wichtiges Hindernis. Vier von zehn Menschen ohne private Versicherung halten die monatlichen Kosten für zu hoch. Eine Gruppe gibt auch an, dass sie ihr Geld lieber für etwas anderes ausgeben möchte. Darüber hinaus sagt fast jeder Fünfte, dass er den Versicherern einfach nicht vertraut.
Es gibt auch Menschen, die früher eine private Versicherung hatten, diese aber gekündigt haben. Als Grund für die Kündigung werden vor allem die stark steigenden Prämien genannt. Fast die Hälfte hat aus diesem Grund gekündigt. Darüber hinaus fand eine große Gruppe die öffentliche Gesundheitsversorgung letztendlich gut genug. Ein kleinerer Teil war mit den Dienstleistungen oder der Art und Weise, wie die Versicherer die Angelegenheiten regelten, unzufrieden.
Dennoch entscheiden sich viele Spanier bewusst für eine private Krankenversicherung. Die wichtigsten Gründe dafür sind kürzere Wartezeiten, mehr Wahlfreiheit und schnellerer Zugang zu Fachärzten. Vor allem in Regionen, in denen die Wartezeiten im öffentlichen System lang sind, wird eine private Krankenversicherung als Möglichkeit angesehen, schneller Hilfe zu erhalten.
Die Verbraucherorganisation OCU warnt jedoch davor, dass die Prämien jedes Jahr steigen können und dass Versicherer Verträge ändern oder nicht verlängern können. Das macht eine private Versicherung auf lange Sicht weniger vorhersehbar. Wer eine Police abschließt, muss sich daher möglicher Änderungen bei Preis und Bedingungen bewusst sein.
Quelle: Agenturen





