Rechtsgrundlage für Völkermord-Anklage gegen Israel?

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Irlands stellvertretender Premierminister Micheál Martin erklärte am Mittwoch (27.03.2024), dass es eine rechtliche Grundlage dafür gebe, sich der Klage Südafrikas vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) gegen Israel wegen angeblichen Völkermords an den Palästinensern im Gazastreifen anzuschließen.

Martin sagte, er werde den Ministerrat heute über eine „Interventionserklärung“ unterrichten, die von Rechtsexperten des Außenministeriums, dem er ebenfalls vorsteht, ausgearbeitet wurde.

Der Leiter des diplomatischen Dienstes in Dublin sagte, dass die Regierung, eine Koalition aus Christdemokraten, Zentrumsdemokraten und Grünen, „offiziell in das Gerichtsverfahren eingreifen“ werde, wenn seine Kollegen der Erklärung zustimmen.

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Martin betonte, dass die Situation im Gazastreifen eine „menschliche Katastrophe“ sei und dass der Krieg den Tod einer „unglaublichen Anzahl“ von Menschen verursache, während er Israel beschuldigte, eine „Hungersnot“ zu verursachen, indem es den Zugang zu humanitärer Hilfe verhindere.

Südafrika verklagte Israel im vergangenen Dezember vor dem IGH wegen völkermörderischen Verhaltens gegenüber den Palästinensern im Zusammenhang mit der Offensive gegen die islamistische Gruppe Hamas nach den Terroranschlägen vom 7. Oktober. In einem ersten Urteil vom Januar forderte der internationale Gerichtshof in Den Haag Israel auf, „alle in seiner Macht stehenden Maßnahmen zu ergreifen, um die Begehung eines Völkermords zu verhindern“ und „sofortige und wirksame Maßnahmen“ zu ergreifen, um den humanitären Zugang zum Gazastreifen zu ermöglichen.

Die irische Regierung hat ihre Position zum israelisch-palästinensischen Konflikt in den letzten Wochen angesichts der Kritik der Opposition weiter präzisiert und sich mit anderen europäischen Partnern zusammengetan.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez und der irische Premierminister Leo Varadkar forderten im Februar in einem Schreiben an die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen eine Überprüfung, ob Israel seine Vereinbarungen mit der Europäischen Union (EU) über die Achtung der Menschenrechte einhält.

Die beiden Staatsoberhäupter sowie ihre maltesischen und slowenischen Amtskollegen versprachen am Freitag außerdem, den palästinensischen Staat anzuerkennen – eine Geste, die, wie sie sagten, zu gegebener Zeit gemacht werden soll, um den Frieden zu fördern.

Quelle: Agenturen