Aufgrund des verhängnisvollen Zugunglücks bei Adamuz bleibt es in den kommenden Tagen schwierig, mit dem Zug zwischen Andalusien und Madrid zu reisen. Aufgrund der Schäden, der Bergungsarbeiten und der laufenden Ermittlungen ist die Hochgeschwindigkeitsstrecke derzeit gesperrt. Dadurch sind die Züge voll und die Reisenden suchen nach Alternativen. Renfe stellt auf Busse und Sonderzüge um. Iberia setzt zusätzliche Flüge ein und ein Busunternehmen aus Málaga startet einen temporären Nachtdienst.
Nach dem tödlichen Zugunglück bei Adamuz in der Provinz Córdoba hat die spanische Regierung drei Tage offizielle Trauer ausgerufen. Bei der Kollision und Entgleisung eines Iryo-Hochgeschwindigkeitszugs und eines entgegenkommenden Alvia-Zugs kamen am Sonntag mindestens 41 Menschen ums Leben. Darüber hinaus wurden mehr als 150 Menschen verletzt, von denen viele noch im Krankenhaus liegen.
Gleichzeitig geht das Leben für Tausende von Reisenden weiter. Sie müssen improvisieren und Umwege in Kauf nehmen. Die Verkehrsunternehmen tun alles, um die Verbindung zur spanischen Hauptstadt aufrechtzuerhalten. Dies sind derzeit die wichtigsten Alternativen, um dennoch zwischen Madrid und Andalusien zu reisen.
Renfe nutzt zwei verschiedene Möglichkeiten, um den Zugverkehr zwischen Madrid und Andalusien aufrechtzuerhalten. Der erste Ansatz ist der Notfallplan mit Zug und Bus. Dabei bleiben die Reisenden so lange wie möglich im Zug, aber der Abschnitt um die Unterbrechung herum wird mit Bussen überbrückt. Renfe verkauft dafür ein einziges Ticket, mit dem man ohne separate Fahrkarten umsteigen kann. Ein wichtiger Knotenpunkt liegt bei Córdoba und Villanueva de Córdoba, wo Shuttlebusse die Reisenden entlang der gesperrten Strecke befördern.
Die Idee ist, dass der Zugverkehr auf beiden Seiten der Sperrung weiterlaufen kann, während der Bus vorübergehend die fehlende Strecke übernimmt. Renfe warnt jedoch, dass dies zusätzliche Reisezeit und mehr Umstiege bedeuten kann.
Der zweite Ansatz ist eher eine Anpassung des Fahrplans als eine Notlösung. Renfe setzt nämlich auch Sonderzüge ein, die zwar weiterfahren, aber nicht immer über die normale Hochgeschwindigkeitsstrecke und mit angepassten Haltestellen. Auf diese Weise versucht die Eisenbahngesellschaft, zusätzliche Kapazitäten in Richtung Sevilla und Málaga zu schaffen. Darüber hinaus werden einige Verbindungen über die konventionelle Bahnstrecke umgeleitet, unter anderem in Richtung Cádiz. Diese Strecken sind länger als die mit dem Hochgeschwindigkeitszug, ermöglichen es aber, ohne Bus weiterhin mit dem Zug zu reisen. Auf einigen Strecken gilt dabei ein festes Verkaufsmodell mit nur Touristenklasse-Plätzen und festen Tarifen.
Wer lieber fliegt, bekommt vorübergehend mehr Platz. Iberia setzt bis einschließlich Sonntag täglich zusätzliche Flüge zwischen Madrid und Sevilla ein. Auch auf der Strecke Madrid–Málaga kommt bis einschließlich Freitag täglich ein zusätzlicher Flug pro Richtung hinzu.
Auf der Strecke Madrid–Sevilla werden außerdem größere Flugzeuge eingesetzt. Iberia ersetzt dort den Airbus A320 durch einen Airbus A321. Dadurch wächst das Angebot in Richtung Andalusien um 57 %. Insgesamt handelt es sich um 6.316 zusätzliche Sitzplätze, womit Iberia bis einschließlich Sonntag auf 17.340 verfügbare Plätze kommt.
Um Preissteigerungen zu vermeiden, legt die Fluggesellschaft auch einen Höchsttarif fest. Ein einfacher Flug in der Economy Class darf maximal 99 Euro kosten. Diese Obergrenze gilt laut Iberia auf jeden Fall bis zum 2. Februar.
Auch auf der Straße wird zusätzliche Notkapazität bereitgestellt. Ein Busunternehmen aus Málaga startet ab Mittwoch, dem 21. Januar, einen temporären Nachtdienst nach Madrid. Der Bus fährt um 22:00 Uhr in Málaga (Avenida Manuel Agustín Heredia) ab und kommt am nächsten Morgen in der Hauptstadt an. Es gibt Haltestellen an der Puerta de Atocha (06:00 Uhr) und am Bahnhof Chamartín (06:30 Uhr).
Die Rückfahrt startet täglich um 19:00 Uhr in Chamartín mit einem Halt an der Puerta de Atocha. Die Ankunft in Málaga ist gegen 02:00 Uhr. Eine einfache Fahrt kostet 50 Euro. Der Dienst ist vorläufig bis Freitag, den 23. Januar, geplant, kann aber bei anhaltender Nachfrage verlängert werden.
Wer in den nächsten Tagen zwischen Madrid und Andalusien reisen muss, sollte rechtzeitig im Voraus planen. Züge sind nur begrenzt verfügbar und Busfahrten kosten zusätzliche Zeit. Für einige Reisende kann das Flugzeug oder der Nachtbus eine Lösung sein, solange noch Plätze frei sind.
Quelle: Agenturen




