Renovierung des Palacio Real de la Almudaina in Palma

Vorlesen lassen? ↑↑⇑⇑↑↑ | Lesedauer des Artikels: ca. 2 Minuten -

Der Palacio Real de la Almudaina in Palma auf Mallorca wird vom 12. Januar bis 1. Juni 2026 geschlossen. 2,33 Millionen Euro aus dem Aufbauplan fließen in neue Technik, einen barrierefreien Eingangsbereich und eine museale Neuordnung.

Eine kritische Betrachtung. Ist die Modernisierung es wert? Der historische Palacio Real de la Almudaina in Palma schließt für mehrere Monate seine Pforten: Vom 12. Januar bis zum 1. Juni 2026 soll das Gebäude umfassend renoviert werden. Nach offiziellen Angaben stehen 2,33 Millionen Euro aus dem spanischen Aufbau- und Resilienzplan zur Verfügung, also Mittel mit europäischer Beteiligung.

Geplant sind Eingriffe in die Beleuchtung, das Besucherzentrum und die museale Präsentation; außerdem sollen neue audiovisuelle Elemente und bisher nicht öffentlich zugängliche Räume erschlossen werden.

Lesetipp:  Elfter Aldi-Supermarkt für Mallorca
ambiAIR-ONE | Eine gesunde, schadstofffreie Raumluft mit einem hohen Anteil an negativen Sauerstoffionen

Werden die Maßnahmen den Zugang zur Almudaina dauerhaft verbessern – oder droht am Ende vor allem ein Modernisierungs- und Marketing-Spektakel, das alte Substanz und Alltagsnähe überdeckt? Die Faktenlage ist klar: Zeitraum, Betrag und Zielbereiche sind bekannt. Doch einige Widersprüche bleiben unsichtbar, wenn man nur die Daten liest. 2,33 Millionen Euro klingen nach viel Geld, aber für bauliche Eingriffe an einem Bauwerk mit römischen, arabischen und mittelalterlichen Schichten ist das eher ambitioniert als üppig.

Neuordnungen im Sinne einer „musealen Neuordnung“ werfen Fragen auf: Wie tiefgreifend sind die baulichen Eingriffe? Wer entscheidet, welche Räume für Besucher geöffnet werden? Ist die historische Substanz vorrangig zu schützen oder wird stärker auf Erlebniselemente gesetzt?

Der Palast ist Teil eines städtischen Gefüges. Baustellen hier sind keine isolierten Kulturprojekte, sie wirken bis in Cafés an der Plaza de la Reina und den Souvenirständen am Portal Mayor. In den bisherigen Ankündigungen fehlen Details zu diesen Punkten: eine genaue Kostenaufstellung, Zeitpuffer für archäologische Funde, eine transparente Liste der beteiligten Restauratoren oder konkrete Angaben zur Nachhaltigkeit der Maßnahmen. Es gibt ebenso wenig klare Aussagen darüber, wie Anwohner und kleine Gewerbe in der Umgebung während der Arbeiten unterstützt werden sollen.

Auch barrierefreie Wege innerhalb des Palastes sind angekündigt; offen bleibt, wie die Umsetzung mit Rücksicht auf den denkmalpflegerischen Grundsatz „so wenig wie nötig, so viel wie möglich“ ausgestaltet wird.

Quelle: Agenturen