Straßenbeleuchtung ist in Spanien unverzichtbar, aber immer mehr Studien zeigen, dass künstliches Licht auch Nachteile für Mensch und Natur hat. Eine neue wissenschaftliche Studie weist nun auf eine mögliche Lösung hin. Durch den Ersatz traditioneller weißer Straßenlaternen durch rote Beleuchtung können negative Auswirkungen stark reduziert werden.
Forscher haben die Auswirkungen verschiedener Lichtfarben auf Tiere und Ökosysteme untersucht. Vor allem weißes und bläuliches Licht scheint den natürlichen Rhythmus von Tieren erheblich zu stören. Viele Insekten, Fledermäuse und andere nachtaktive Tiere werden durch diese helle Beleuchtung desorientiert. Das hat Auswirkungen auf die Nahrungsketten und die Artenvielfalt.
Rotes Licht hingegen scheint viel weniger störend zu sein. Der Studie zufolge bleiben Insekten weniger lange in der Nähe von roten Lampen und ihr natürliches Verhalten wird weniger beeinflusst. Auch andere Tierarten werden weniger gestört. Das kann in Naturschutzgebieten wichtig sein, aber auch in städtischen Umgebungen, in denen Grünflächen und Bebauung dicht beieinander liegen.
Umfrage zum monatlichen Gewinnspiel auf mallorca-services.es - Schon mitgemacht?Nicht nur Tiere können von rotem Licht profitieren. Auch für Menschen kann es Vorteile haben. Künstliches Licht in den Abendstunden beeinflusst die innere Uhr und kann die Melatoninproduktion stören. Dieses Hormon spielt eine wichtige Rolle für den Schlaf. Laut den Forschern hat rotes Licht einen geringeren Einfluss auf diesen natürlichen Prozess, sodass der Schlaf weniger beeinträchtigt wird.
In einigen Ländern wird bereits mit dieser angepassten Beleuchtung experimentiert. Im Vereinigten Königreich und in Dänemark wurden an bestimmten Stellen bereits rote Straßenlaternen aufgestellt, um Naturschutzgebiete besser zu schützen. In Spanien sind die Behörden vorerst noch vorsichtig. Hier wird die Verwendung von roter Straßenbeleuchtung noch untersucht und erforscht, bevor sie flächendeckend eingeführt wird.
Immer mehr spanische Gemeinden suchen jedoch nach Möglichkeiten, Energie zu sparen und gleichzeitig nachhaltiger zu arbeiten. LED-Beleuchtung hat bereits viele herkömmliche Lampen ersetzt. Der Umstieg auf rote Farbtöne könnte ein nächster Schritt sein. Dabei müssen jedoch die Verkehrssicherheit und die Sichtbarkeit berücksichtigt werden. Weitere Praxistests sollen klären, ob rotes Licht auch in spanischen Städten eine praktikable Lösung ist.
Die Studie fügt sich in eine gesellschaftliche Diskussion über Lichtverschmutzung in Spanien ein. Vor allem in Küstengebieten und rund um Großstädte nimmt die Menge an künstlichem Licht weiter zu. Das hat nicht nur Auswirkungen auf Tiere und Menschen, sondern auch auf die Sichtbarkeit des Sternenhimmels. Rote Straßenbeleuchtung könnte eine einfache Maßnahme sein, um diese Auswirkungen zu begrenzen.
Quelle: Agenturen



