Spanien hat Ende Januar ein russisches Kampfflugzeug über der Ostsee abgefangen. Das Flugzeug flog ohne Flugplan und war auffallend schwer bewaffnet, was innerhalb der NATO für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte.
Spanische F-18-Kampfflugzeuge starteten vom Luftwaffenstützpunkt Šiauliai in Litauen. Sie sind dort Teil der NATO-Mission Baltic Air Policing, die den Luftraum der baltischen Staaten überwacht. Diese Länder verfügen selbst nicht über Kampfflugzeuge zum Schutz ihres Luftraums.
Während der Mission wurde eine russische Su-30SM2 entdeckt, die ohne Transponder und ohne vorher angemeldeten Flugplan im internationalen Luftraum nahe der NATO-Grenzen flog. Dies ist ein üblicher Grund für eine Abfangaktion, damit das Flugzeug identifiziert werden kann.
Bei der Sichtkontrolle stellten die spanischen Piloten fest, dass das russische Flugzeug ungewöhnlich schwer bewaffnet war. Unter den Flügeln hingen nicht nur Luft-Luft-Raketen, sondern auch Kh-31-Raketen und RBK-500-Streubomben. Diese Art von Bewaffnung wird über der Ostsee selten gesehen.
Die Kh-31-Raketen können gegen Schiffe oder feindliche Radaranlagen eingesetzt werden. Die RBK-500 ist eine Streubombe, die mehrere kleinere Sprengkörper verstreut. Laut Verteidigungsanalysten könnte die Bewaffnung auf eine erhöhte militärische Bereitschaft oder die Teilnahme an Übungen aus der russischen Enklave Kaliningrad hindeuten.
Nach der Identifizierung begleiteten die spanischen F-18 das russische Flugzeug, bis es wieder in den russischen Luftraum flog. Die Abfangaktion verlief ohne Zwischenfälle, und die spanischen Kampfflugzeuge kehrten anschließend sicher zu ihrer Basis zurück.
Quelle: Agenturen




