Schnelle Räumung von Hausbesetzern?

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Der spanische Abgeordnetenkongress hat kürzlich eine von der Baskischen Nationalistischen Partei (PNV) vorgeschlagene Reform des Strafprozessrechts angenommen. Die gegen den Widerstand der Regierung angenommene Änderung zielt darauf ab, die Verfahren für die Räumung illegal besetzter Wohnungen erheblich zu beschleunigen.

Mit den angenommenen Änderungen wird sichergestellt, dass Fälle von Wohnungseinbruch und illegaler Besetzung in einem beschleunigten Verfahren, dem so genannten „Fast-Track-Gesetz“, behandelt werden. Das bedeutet, dass solche Fälle innerhalb eines kurzen Zeitraums vor Gericht verhandelt werden, was zu Zwangsräumungen innerhalb von Stunden nach der Gerichtsentscheidung führen kann.

Bemerkenswerterweise wurde diese Reform mit der Unterstützung von Parteien wie der Volkspartei (PP), Junts, Unión del Pueblo Navarro (UPN), Coalición Canaria, EH Bildu und Esquerra Republicana de Catalunya (ERC) verabschiedet.

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Die beiden letztgenannten Parteien erklärten jedoch, ihre Unterstützung sei auf einen „unerklärlichen Fehler“ während der Abstimmung zurückzuführen. Mit Nein stimmten die Partido Socialista Obrero Español (PSOE), Sumar, Podemos und der Bloque Nacionalista Galego (BNG). Vox enthielt sich der Stimme.

Die Reform zielt darauf ab, die juristischen Verfahren zu straffen und die Zeit zu verkürzen, die benötigt wird, um einen Räumungsbefehl zu erhalten. Dies ist eine Reaktion auf die wachsende Besorgnis von Hausbesitzern und Gemeinden über die Zunahme illegaler Besetzungen und die damit verbundenen rechtlichen Komplikationen.

Kritiker der Reform, darunter auch Mitglieder der Regierungskoalition aus PSOE und Sumar, äußern sich besorgt über die möglichen Auswirkungen auf gefährdete Bevölkerungsgruppen. Sie befürchten, dass die beschleunigten Verfahren zu Zwangsräumungen führen könnten, ohne dass die Lebensumstände der Betroffenen, z. B. Familien mit Kindern oder Menschen in prekären wirtschaftlichen Verhältnissen, angemessen berücksichtigt werden.

Die Befürworter betonen jedoch, dass die Reform notwendig ist, um die Rechte der Eigentümer zu schützen und den Missbrauch des Rechtssystems durch illegale Besetzer zu verhindern. Sie weisen darauf hin, dass die derzeitigen Verfahren oft langsam und ineffizient sind, was zu langwierigen und kostspieligen Rechtsstreitigkeiten für Eigentümer führt, die ihr Eigentum zurückerhalten wollen.

Mit der Verabschiedung dieser Reform werden die neuen Verfahren voraussichtlich bald in Kraft treten und möglicherweise einen bedeutenden Wandel im Umgang mit illegalen Besetzungen in Spanien einleiten. Es ist jedoch noch unklar, wie diese Änderungen in der Praxis aussehen werden und welche Auswirkungen sie sowohl auf die Eigentümer als auch auf die Besetzer haben werden.

Quelle: Agenturen