Schützt eine Mundschutzmaske vor einer Coronavirus-Infektion?

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Auch auf Mallorca wird mittlerweile “genäht was das Zeug hergibt”. Ein Kollektiv aus Selbständigen, Firmen und Stoffherstellern hat sich für diese Arbeit unter dem Namen Col·lectiu Moda Mallorca zusammengeschlossen. Von dort wird die Arbeitsverteilung für die “selbstgenähten Masken” gebündelt und koordiniert.

Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité gab im NDR-Podcast “Coronavirus-Update” eine fachliche Einschätzung ab: In seinen Augen ergibt eine Maske nur für diejenigen Sinn, die eine Atemwegserkrankung haben.


“Je weiter man dann weg ist von dieser Quelle (eine kranke Person, die hustet oder niest), desto mehr hat man es mit einem feineren Aerosol zu tun. Und das wird auch seitlich in eine Maske eingeatmet, egal, ob man von vorne in den Mund einatmet”.

Oder man hat eine Maske auf und saugt es sich an der Seite rein. Das ist dann einfach kein Unterschied mehr. Deswegen: Je näher dran an der Quelle, desto besser. Deswegen muss die Maske an der Quelle sein und nicht am Empfänger.

Und das ist sicherlich eine vollkommen einleuchtende Überlegung. Was eben nicht so einleuchtend ist, dass ich mich in der Öffentlichkeit mit einer Maske nicht selber schützen kann. Das ist einfach vielleicht ein bisschen schwer zu vermitteln. Aber es gibt einfach in der Literatur entweder keine oder – je nachdem, wie man es interpretieren will – fast keine Evidenz dafür, dass das helfen könnte”, so Drosten im Interview.

In Asien weit verbreitet sind Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS), auch OP-Masken genannt. Sie sind aus mehrere Lagen Stoff, wobei eine davon eine Filterwirkung haben und die äußere Schicht flüssigkeitsabweisend sein muss. Die Filterwirkung entsteht, wenn das spezielle Material durch die Reibung an den beiden anliegenden Schichten statisch aufgeladen wird. Sowohl diese Aufladung als auch der flüssigkeitsabweisende Schutz würden beim Waschen verloren gehen, weshalb in der EU nur Wegwerfprodukte zugelassen sind. Weil aber beide Maskentypen gerade Mangelware sind, hat das Robert Koch Institut am 13. März eine Mehrfachverwendung empfohlen.

Bieten genähte Stoffmasken Schutz?

Abgesehen von diesen zertifizierten Masken gibt es auch reine Stoffmasken, die sich Bürger selbst nähen oder die von verzweifelten Krankenhäusern bei deutschen Textilherstellern in Auftrag gegeben werden. Es gibt keine wissenschaftlichen Aussagen zu ihrem Nutzen, aber durchaus abweichende Einschätzungen: Der Berliner Virologe Christian Drosten meint, solche Masken könnten unter Umständen helfen, die Ausbreitung der Viren zu verlangsamen. Wer die Viren in sich trägt und hustet, schleudert dann weniger davon in die Öffentlichkeit. Zudem können Stoffmasken für die Allgemeinheit helfen, einen Mangel an professioneller Schutzausstattung im medizinischen Bereich zu vermeiden.