Der berühmte Architekt Antonio Gaudí hat nicht nur Barcelonas Skyline geprägt, sondern gilt nicht nur als „Diener Gottes“, sondern auch als „Architekt Gottes“. Und nun, mehr als 90 Jahre nach seinem Tod, drängt Barcelona auf seine Seligsprechung im Jahr 2026.
Im Jahr 1992, mehr als 60 Jahre nach seinem Tod, wurde Gaudí von Papst Johannes Paul II. als „Diener Gottes“ (siervo de Dios) anerkannt. Das bedeutet, dass die katholische Kirche offiziell anerkannt hat, dass Gaudí ein tugendhaftes Leben geführt hat, und dass sein Seligsprechungsverfahren fortgesetzt werden kann.
Die Erzdiözese Barcelona setzt sich seither für die Seligsprechung Gaudís ein und hat kürzlich einen wichtigen Schritt in diesem Prozess getan. Im Jahr 2019 gründete der Kardinal und Erzbischof von Barcelona, Juan José Omella, den Verein „Asociación Canónica Pro Canonización“. Dieses Gremium, das von Omella geschaffen wurde, um den Prozess der Seligsprechung zu beschleunigen, ersetzt die zivile Vereinigung, die bisher für den Fall des „Architekten Gottes“ (arquitecto de Dios) zuständig war.
Das grundlegende Argument (positio) für die Seligsprechung Gaudís wurde dem Dikasterium (Kongregationen, Päpstliche Räte und Päpstliche Gerichte) für die Seligsprechungen vorgelegt. Dieses Dikasterium kümmert sich um alle Angelegenheiten im Zusammenhang mit Selig- und Heiligsprechungen gemäß dem vorgeschriebenen Verfahren. Das Dikasterium erlässt spezielle Richtlinien und gibt den Diözesanbischöfen, die für die Leitung des Falles verantwortlich sind, Ratschläge und Anweisungen.
Die Positio enthält alle Informationen über Gaudís Leben und Tugenden sowie Zeugnisse von Menschen, die ihn kannten und bewunderten. Es ist ein wichtiges Dokument, das als Grundlage für die Entscheidung über seine Seligsprechung dienen wird.
Gaudís Werk war revolutionär und brach mit den traditionellen Architekturstilen seiner Zeit. Er verwendete organische Formen und natürliche Elemente in seinen Entwürfen und schuf so einzigartige und atemberaubende Gebäude. Sein Werk wird oft als „Architektur der Natur“ oder „Architektur Gottes“ bezeichnet.
Aber es war nicht nur sein Genie als Architekt, das ihm diesen Beinamen einbrachte. Gaudís Glaube und seine Hingabe an Gott waren in seinem Werk offensichtlich. Er sah in seinen architektonischen Werken eine Möglichkeit, seinen Glauben auszudrücken und die Schönheit Gottes zu ehren. Dies machte ihn nicht nur zu einem Architekten, sondern auch zu einem „Architekten Gottes“.
Gaudís Vermächtnis in Barcelona
Die Sagrada Familia ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch eine wichtige Touristenattraktion in Barcelona. Jedes Jahr zieht sie Millionen von Besuchern aus der ganzen Welt an. Doch dies ist nicht das einzige Werk Gaudís, das die Stadt ziert.
Ein weiteres berühmtes Gebäude von Gaudís Hand ist die Casa Batlló, ein modernistisches Herrenhaus im Zentrum von Barcelona. Das Gebäude ist bekannt für seine farbenfrohe Fassade und die organischen Formen, die typisch für Gaudís Stil sind, genau wie das Wohnhaus La Pedrera oder das Casa Milà, das fast gegenüber liegt. Der Park Güell, ein von Gaudí entworfener Park, ist ebenfalls eine beliebte Touristenattraktion in der Stadt.
Das Vermächtnis Gaudís geht jedoch über seine architektonischen Meisterwerke hinaus. Sein Werk hat die Stadt Barcelona und ihre Bewohner tiefgreifend beeinflusst. Sein einzigartiger Stil hat die Stadt geprägt und andere Künstler und Architekten inspiriert.
Darüber hinaus hatte Gaudís Werk auch wirtschaftliche Auswirkungen auf die Stadt. Seine Bauten ziehen jedes Jahr Millionen von Touristen an und tragen so zur lokalen Wirtschaft bei und schaffen Arbeitsplätze. Dies macht ihn nicht nur zu einer wichtigen Figur in der Geschichte Barcelonas, sondern auch zu einem wichtigen Faktor in der heutigen Gesellschaft.
Quelle: Agenturen



