Die rechtsextreme Partei Vox hat angekündigt, im Kongress einen Gesetzentwurf einzureichen, um die Wohnungskrise in Spanien zu bekämpfen. Die Partei will ein neues Steuersystem einführen, das ausländische Käufer davon abhält, Immobilien zu erwerben. Laut Vox treiben ausländische Investoren die Preise in die Höhe, sodass für Spanier immer weniger bezahlbarer Wohnraum übrig bleibt.
Aus den von der Partei angeführten Zahlen geht hervor, dass in Spanien ein Mangel von mehr als 600.000 Wohnungen besteht. Gleichzeitig steigen die Immobilienpreise seit zehn Jahren ununterbrochen, wobei in den letzten drei Quartalen sogar ein Anstieg von mehr als 10 Prozent gemessen wurde. Laut Vox handelt es sich um den größten Preisanstieg seit fast zwanzig Jahren.
Die Partei betont, dass vor allem junge Menschen die Folgen zu spüren bekommen. Nur 32 Prozent der Spanier unter 35 Jahren besitzen eine eigene Wohnung. Vor zwanzig Jahren lag dieser Prozentsatz noch bei über 55. Auch Familien mit einem durchschnittlichen Einkommen würden immer häufiger leer ausgehen.
Mit dem neuen Vorschlag will Vox den Zugang zum Wohnungsmarkt für spanische Bürger verbessern. Ausländische Käufer würden stärker besteuert oder anderen steuerlichen Beschränkungen unterliegen. Die Partei geht davon aus, dass dadurch die Nachfrage aus dem Ausland zurückgeht und sich die Preise für Spanier stabilisieren.
Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass ein solcher Plan innerhalb der Europäischen Union wahrscheinlich nicht umsetzbar ist. Die hohe Besteuerung ausländischer Käufer könnte nämlich als Diskriminierung zwischen Einwohnern von EU-Mitgliedstaaten angesehen werden, was gegen die europäischen Vorschriften für Freizügigkeit und Gleichbehandlung verstößt.
Darüber hinaus schlägt Vox vor, den Bau neuer Wohnungen zu beschleunigen und spanischen Bauträgern, die bezahlbaren Wohnraum schaffen, steuerliche Vorteile zu gewähren. Nach Ansicht der Partei muss die Regierung eingreifen, da der Markt dieses Problem nicht selbst lösen kann.
Der Vorschlag von Vox kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Wohnungskrise zunehmend Gegenstand der Debatte in der spanischen Politik ist. Ob der Gesetzentwurf genügend Unterstützung findet, ist noch ungewiss. Andere Parteien haben bereits Kritik geäußert und warnen davor, dass strengere Regeln für Ausländer zu rechtlichen Problemen innerhalb der EU führen könnten.
Quelle: Agenturen





