In Spanien wird schon seit Jahren über die Zeitregelung im Land diskutiert, die nicht so ist, wie sie sein sollte. Da am Sonntag (29.03.2026) wieder die Sommerzeit beginnt, flammt in Spanien auch die Diskussion über die alte und ursprüngliche Zeitregelung aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg wieder auf.
Im Jahr 2019 beschloss das Europäische Parlament (mit 410 Ja-Stimmen und 197 Nein-Stimmen), die Sommerzeitregelung innerhalb der Europäischen Union im Jahr 2021 abzuschaffen, was unter anderem aufgrund der Pandemie nicht umgesetzt wurde. In jenem Jahr mussten alle 28 EU-Mitgliedstaaten selbst entscheiden, ob sie die Sommerzeit oder die Winterzeit beibehalten wollten.
In Spanien sprach sich laut den Ergebnissen einer Umfrage des Zentrums für soziologische Forschung Spanien (CIS) im Jahr 2019 die Mehrheit der Einwohner dafür aus, die Sommerzeit in Spanien beizubehalten, während Experten der Meinung sind, dass es für Spanien besser sei, endgültig bei der Winterzeit zu bleiben. Selbst eine spezielle Expertenkommission konnte sich nicht einigen, sodass es sich offenbar nicht um eine einfache Entscheidung handelt.
Die vorgeschlagene alternative Regelung sieht die Beibehaltung der Winterzeit während des gesamten Jahres vor, wodurch die Zeitsynchronisation mit der Greenwich Mean Time (GMT) wiederhergestellt wird. Die Balearen, die Region Valencia und Teile von Katalonien haben bereits zuvor angegeben, dass sie die Beibehaltung der Sommerzeit das ganze Jahr über bevorzugen, da diese Gebiete auf der rechten Seite der GMT-Linie liegen und mit der Zeitzone Deutschlands übereinstimmen wollen. Die übrigen Teile Spaniens liegen auf der linken Seite der GMT-Linie und müssten daher die Zeit anwenden, die der von Großbritannien und Portugal entspricht.
Die Greenwich-Zeitlinie verläuft in Spanien durch die Regionen Aragón und Valencia. An verschiedenen Orten in Aragón und der Region Valencia stehen Schilder und Denkmäler, um die Greenwich-Zeitlinie zu markieren und anzuzeigen.
Angenommen, Spanien behält die Winterzeit bei, dann findet der Sonnenaufgang im Winter zwischen 8 und 8.30 Uhr statt, während der Sonnenuntergang zwischen 17.30 und 18 Uhr erfolgt. Im Sommer würde der Sonnenaufgang zwischen 5:30 und 6 Uhr stattfinden, der Sonnenuntergang hingegen zwischen 20:30 und 21 Uhr.
Die ganzjährige Beibehaltung der Sommerzeit würde in Spanien bedeuten, dass es morgens erst nach 9:30 Uhr hell wird, in einigen Regionen wie Galicien sogar erst gegen 10 Uhr. Das würde also bedeuten, dass man im Dunkeln ins Bett geht und im Dunkeln zur Arbeit geht. Das Aufstehen ohne natürliches Licht ist laut einigen Experten ungesund, und mit natürlichem Licht ist man schneller aktiv. Am meisten darunter leiden würden die Schulkinder, deren erster Unterricht in der Dämmerung beginnt.
Der Vorteil der Sommerzeit im Winter wäre, dass es abends länger hell bleibt. Das ist gut für die Gesundheit, da man eher dazu neigt, Sport zu treiben, was wiederum die Zahl der Herzinfarkte um 5 % bis 10 % senken würde. Es käme auch zu weniger Unfällen, da das Fahren bei Tageslicht sicherer ist. Zudem ist die Tatsache, dass es im Winter länger hell bleibt, auch gut für das Gastgewerbe, da man länger aufbleibt und schneller ausgeht.
Angenommen, Spanien behält die Sommerzeit bei, dann findet der Sonnenaufgang im Winter zwischen 9 und 9.30 Uhr statt, während der Sonnenuntergang zwischen 18.30 und 19 Uhr erfolgt. Im Sommer sieht das anders aus: Der Sonnenaufgang erfolgt zwischen 6:30 und 7 Uhr und der Sonnenuntergang zwischen 21:30 und 22 Uhr.
Die Beibehaltung der Greenwich-Zeit ist auf der Iberischen Halbinsel (also dem spanischen Festland) und den Balearen nichts Neues, da man diese Zeit bereits vor den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts verwendete. Am 16. März 1942 änderte Spanien dies jedoch zusammen mit Ländern wie Großbritannien und Portugal im Zusammenhang mit dem gerade begonnenen Zweiten Weltkrieg. Damals beschlossen verschiedene Länder, die Berliner Zeit beizubehalten, doch nach dem Krieg kehrten Länder wie Portugal und Großbritannien wieder zu ihrer alten Zeit um.
Spanien (mit Ausnahme der Kanarischen Inseln, da diese auf einem anderen Längengrad liegen) behielt jedoch bis heute die Berliner Zeit bei, da der damalige Diktator Franco dies so wollte und dies seitdem seit mehr als 70 Jahren nicht mehr geändert wurde.
Mittlerweile ist diese Änderung natürlich so tief in der Gesellschaft verwurzelt, dass eine Änderung große Folgen haben könnte. Diese Folgen können sowohl positiv als auch negativ sein. Und wie bei jeder Diskussion gibt es auch bei diesem Thema Befürworter und Gegner.
Quelle: Agenturen



