Es scheint eine kleine Geste zu sein, doch mittlerweile ist sie mit einem hohen Preis verbunden. Restaurants in Spanien, die sich weigern, ihren Gästen Essensreste mit nach Hause zu geben, können dafür hart bestraft werden. Die Strafen belaufen sich auf bis zu einer halben Million Euro.
Gute Nachrichten also, wenn man die Paella nicht aufessen kann; sie kann in einer Doggybag (Tupperware) mit nach Hause genommen werden.
Wer sich die neuen Vorschriften ansieht, merkt schnell, dass es ernst gemeint ist. Es handelt sich um ein Gesetz, das Lebensmittelverschwendung bekämpfen soll. Restaurants sind verpflichtet, kostenlose und geeignete Verpackungen anzubieten, damit Gäste ihre Reste mitnehmen können. Also keine Ausreden mehr wegen fehlender Behälter oder zusätzlicher Kosten auf der Rechnung.
Vor allem kleinere Gastronomiebetriebe scheinen sich noch daran gewöhnen zu müssen. Einige Unternehmer geben an, dass sie nicht genau wissen, was von ihnen erwartet wird. Dennoch lässt das Gesetz wenig Raum für Interpretationen. Nach Informationen des Fernsehsenders Antena 3 handelt es sich um eine klare Verpflichtung, die Teil einer Strategie gegen Lebensmittelverschwendung ist.
Die Vorschriften des „Ley de Prevención de Pérdidas y Desperdicio Alimentario“ sind Teil eines nationalen Ansatzes, der Verschwendung in allen Gliedern der Lebensmittelkette bekämpft. Nicht nur Restaurants, sondern auch Supermärkte und Produzenten sind davon betroffen. Das Ziel ist einfach: weniger Lebensmittel wegwerfen und bewusster mit Lebensmitteln umgehen.
Auffällig ist, dass die Bußgelder von der Schwere des Verstoßes abhängen. Bereits kleine Fehler können zu Sanktionen führen, doch bei Wiederholung oder vorsätzlicher Weigerung können die Beträge schnell steigen. In extremen Fällen kann ein Unternehmer somit ein Bußgeld in Höhe von bis zu 500.000 Euro erhalten.
Auch für Kunden ändert sich etwas. Es wird normaler, nach einem Behälter für die Reste auf dem Teller zu fragen. Wo das früher vielleicht etwas unangenehm war, wird es jetzt geradezu gefördert. Und ehrlich gesagt: Es schont auch einfach den Geldbeutel, wenn man später noch eine Mahlzeit hat.
Dennoch bleibt die Frage, wie streng kontrolliert werden wird. Inspektionen und Kontrollen entscheiden darüber, ob Restaurants sich tatsächlich an die Regeln halten.
Die Botschaft ist jedenfalls klar. Essen wegzuwerfen passt immer weniger in die heutige Zeit, und daran müssen sich auch Restaurants halten. Ob das ohne Murren geschieht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Quelle: Agenturen





