Seit Samstag, dem 21. März, hat die spanische Regierung eine bemerkenswerte Maßnahme eingeführt, um die steigenden Kosten für Verbraucher und Unternehmen zu senken. Die Mehrwertsteuer (IVA) auf Benzin und Diesel wurde von 21 Prozent auf 10 Prozent gesenkt. Diese Maßnahme sorgt sofort für einen deutlichen Rückgang der Kraftstoffpreise, auch wenn diese weiterhin täglich schwanken können. Die Frage ist nun natürlich, ob die Niederlande und Belgien dem spanischen Beispiel folgen werden.
Nach Berechnungen der spanischen Regierung bringt diese Mehrwertsteuersenkung derzeit einen Vorteil von maximal 30 Cent pro Liter. Das ist sogar mehr als der frühere Rabatt von 20 Cent pro Liter, der nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine eingeführt wurde, als die Kraftstoffpreise auf weit über 2 Euro pro Liter stiegen.
Für Autofahrer bedeutet dies konkret, dass das Tanken deutlich günstiger wird. Bei einer durchschnittlichen Tankfüllung von 55 Litern kann die Ersparnis bis zu etwa 20 Euro betragen. Das ist für viele Haushalte ein großer Glücksfall, zumal die Lebenshaltungskosten schon seit längerer Zeit unter Druck stehen.
Nicht nur Privatpersonen profitieren von der Maßnahme. Der Transportsektor und die Landwirtschaft erhalten direkt 20 Cent Rabatt pro Liter an der Tankstelle. Diese zusätzliche Unterstützung ist Teil eines groß angelegten Anti-Krisenplans der spanischen Regierung zur Stützung wichtiger Sektoren.
Auch in anderen Energiebereichen greift die Regierung ein. So wurde die Mehrwertsteuer auf Erdgas und Strom ebenfalls von 21 Prozent auf 10 Prozent gesenkt. Zudem gilt für Butangasflaschen ein Höchstpreis, der derzeit noch nicht erreicht ist. Auf diese Weise versucht die Regierung, die Energiekosten für Haushalte so niedrig wie möglich zu halten.
Die Maßnahmen gelten vorläufig bis einschließlich 30. Juni 2026. In Spanien ist es jedoch üblich, dass solche befristeten Hilfsmaßnahmen verlängert werden, wenn die wirtschaftliche Lage dies erfordert. Die Regierung stellt insgesamt 5 Milliarden Euro für den Anti-Krisen-Plan bereit, entgeht aber gleichzeitig auch Steuerausfällen in Milliardenhöhe.
Die Situation in Spanien ist kein Einzelfall. Auch andere europäische Länder ergreifen Maßnahmen, um die Kraftstoffpreise zu senken. Italien gewährt beispielsweise einen Rabatt von 25 Cent pro Liter und Österreich etwa 5 Cent pro Liter. Auffällig ist jedoch, dass Deutschland bislang keine vergleichbare Mehrwertsteuersenkung in Betracht zieht.
Laut der Vergleichswebsite Independer sind die Niederlande sogar das teuerste Land in Europa, was die Steuern pro Liter Kraftstoff angeht. Mit etwa 1,22 Euro Steuern pro Liter liegt dieser Wert deutlich höher als in Belgien (0,88 Euro), Spanien (0,75 Euro), Deutschland (1,13 Euro), Frankreich (1 Euro), Finnland (1,11 Euro) und Italien (0,99 Euro).
Es bleibt daher die Frage, warum sich manche Länder für direkte Mehrwertsteuersenkungen entscheiden, während andere Länder an bestehenden Maßnahmen festhalten. Tatsache ist, dass man in Spanien derzeit direkt von einem niedrigeren Preis an der Tankstelle profitiert. Das merkt man nicht nur als Einwohner, sondern auch als Urlauber, der mit dem Auto durch Spanien reist.
Quelle: Agenturen





