Spanier haben weniger Bock auf Auswandern

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Die Uhr tickt nirgendwo so wie zu Hause. Ein Sprichwort, das die Spanier sehr wörtlich zu nehmen scheinen. Von allen Europäern verlassen sie ihr eigenes Land am wenigsten. Woran liegt es, dass sie so wenig ins Ausland ziehen?

Im Jahr 2022 lebten 730.000 Menschen spanischer Nationalität in anderen europäischen Mitgliedstaaten. Das sind insgesamt etwa 1,5 Prozent der spanischen Bevölkerung. Claudia war bis vor kurzem eine dieser Personen. Sie wurde in Léon geboren, lebte sechs Jahre lang in Paris und kehrte dann nach Madrid zurück. Der Grund für den Auslandsaufenthalt war für sie der Wunsch, zu leben, andere Sprachen zu lernen und Erfahrungen zu sammeln.

In den letzten Jahren sind immer mehr Menschen aus Spanien weggezogen. Meistens sind sie auf der Suche nach einer besseren wirtschaftlichen Zukunft, denn der spanische Arbeitsmarkt ist bei weitem nicht der gesündeste.

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In absoluten Zahlen ist Spanien eines der Länder mit den meisten Einwohnern, die in anderen Mitgliedsstaaten leben. Prozentual gesehen ist sie jedoch eine der niedrigsten. Laut Alberto Capote, Professor an der Universität Granada, sehen viele Spanier die Auswanderung immer noch als etwas Vergangenes an, das vor allem für … arme Leute in Frage kommt. Die Spanier ziehen oft immer noch lieber in die großen Städte ihres Landes. Doch auch er räumt ein, dass sich die Einstellung nach der Krise etwas geändert hat und insbesondere junge Menschen nun eher bereit sind, ins Ausland zu ziehen.

Im Rest der Europäischen Union sind es vor allem die östlichen Länder, die bei der Auswanderung punkten. In Rumänien, Kroatien und Bulgarien sind es etwa 10 % der Bevölkerung. So verteilen sich beispielsweise 3,15 Millionen Rumänen auf andere Länder der Europäischen Union. In Spanien sind es sogar 630.000! In der Tat leben in Spanien insgesamt 1,6 Millionen Migranten aus anderen europäischen Ländern.

Quelle: Agenturen