Laut Zahlen von Eurostat leben etwa 55 Prozent der Bevölkerung in Spanien in einer Wohnung mit mehr Zimmern, als eigentlich nötig sind. Dieser Prozentsatz liegt deutlich über dem europäischen Durchschnitt von etwa 33 Prozent. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Spanier in zu großen Häusern wohnen.
Laut Eurostat liegt der Anteil der Wohnungen mit mehr Zimmern als nötig in Spanien bei 55,4 Prozent. Damit gehört Spanien zu den Ländern, in denen relativ viele Wohnungen offiziell als unterbelegt gelten.
Die europäische Statistik betrachtet vor allem die Anzahl der Zimmer und nicht die Gesamtfläche einer Wohnung. Dadurch kann ein Haus mit mehreren kleinen Zimmern statistisch gesehen als „unterbelegt“ gelten, obwohl es in Wirklichkeit gar nicht geräumig ist.
Das letzte Mal, dass Eurostat eine durchschnittliche Wohnfläche für Spanien veröffentlichte, war im Jahr 2012. Damals lag diese bei rund 99 Quadratmetern, nur wenige Quadratmeter über dem europäischen Durchschnitt. Gleichzeitig zeigen Zahlen des spanischen Statistikamtes INE, dass die durchschnittliche Wohnfläche im letzten Jahrzehnt um etwa 20 Prozent zurückgegangen ist.
Experten weisen darauf hin, dass die Anzahl der Zimmer wenig darüber aussagt, wie komfortabel oder groß eine Wohnung tatsächlich ist. Die Aufteilung, die Größe der Zimmer und die Lage spielen eine große Rolle. In vielen spanischen Wohnungen sind die Zimmer relativ klein oder haben eine bestimmte Funktion, wodurch sie nicht immer einfach als zusätzliches Schlafzimmer genutzt werden können.
Zudem spielt die Demografie eine wichtige Rolle. In Spanien leben immer mehr Menschen allein oder in kleinen Haushalten. Dadurch bleiben in vielen Häusern Zimmer leer, nachdem Kinder das Elternhaus verlassen haben. Das führt dazu, dass Statistiken schneller von „Unterbelegung“ sprechen.
Auch die Wohnungskrise spielt eine Rolle. Viele junge Menschen finden keine Wohnung oder können sich diese nicht leisten, während ältere Bewohner oft in größeren Häusern wohnen bleiben. Das bedeutet, dass zwar Zimmer leer stehen, diese aber für andere nicht ohne Weiteres verfügbar sind.
Experten zufolge zeigen die Statistiken daher vor allem, wie sich die Zusammensetzung der Haushalte verändert. Sie sagen weniger darüber aus, dass es in Spanien tatsächlich einen Überschuss an großen Wohnungen gibt, während der Zugang zu bezahlbarem Wohnraum für viele Menschen gerade immer schwieriger wird.
Quelle: Agenturen





