Der Massentourismus verursacht in acht großen spanischen Küstengemeinden immer größere finanzielle Probleme. Obwohl diese Orte Millionen von Touristen empfangen und viel Geld einnehmen, steigen die Kosten für Instandhaltung und öffentliche Dienstleistungen noch schneller. Dadurch geraten die kommunalen Haushalte zunehmend unter Druck.
Dazu gehören unter anderem Adeje und Arona auf Teneriffa, Benidorm an der Costa Blanca, Torremolinos an der Costa del Sol, Salou an der Costa Dorada, Lloret de Mar an der Costa Brava und Calvià auf Mallorca.
Zusammen empfangen diese Gemeinden etwa 9 Prozent aller ausländischen Touristen in Spanien. Sie machen sogar fast 20 Prozent aller Hotelübernachtungen im Land aus. Das scheint positiv zu sein, verursacht aber auch enorme zusätzliche Ausgaben.
Aufgrund des großen Zustroms von Besuchern müssen die Gemeinden mehr Geld für Reinigung, Abfallentsorgung, Polizei, Transport und Instandhaltung von Stränden und Straßen ausgeben. In manchen Zeiträumen verdoppelt oder verdreifacht sich die Einwohnerzahl der Gemeinde. Als Tourist fällt Ihnen das vielleicht nicht sofort auf, aber für die lokale Verwaltung bedeutet dies erhebliche zusätzliche Kosten.
Dennoch erhalten die meisten dieser Gemeinden keine zusätzliche finanzielle Unterstützung vom spanischen Staat. Das derzeitige Gesetz aus dem Jahr 2004 legt fest, welche Orte offiziell als Tourismusgemeinde anerkannt werden. Nur Salou erfüllt derzeit diese alten Regeln. Die anderen Gemeinden fallen trotz ihres hohen touristischen Drucks aus dem Raster.
Nach Ansicht der betroffenen Bürgermeister ist das Gesetz veraltet und berücksichtigt nicht die aktuelle Situation. Der Tourismus ist längst nicht mehr nur eine Angelegenheit der Sommermonate. In vielen Küstenorten kommen das ganze Jahr über Besucher, wodurch die Belastung konstant hoch bleibt.
Ein aktueller Bericht zeigt, dass diese Küstengemeinden im Durchschnitt über 20 Prozent weniger Budget haben als andere vergleichbare Gemeinden in Spanien. Das ist bemerkenswert, da sie gerade eine wichtige Rolle in der spanischen Wirtschaft spielen. Die Gemeinden plädieren daher für ein neues Finanzierungssystem, bei dem die Anzahl der Übernachtungen und die tatsächliche Anzahl der anwesenden Personen berücksichtigt werden.
Gleichzeitig gibt es auch Kritik. Einige Organisationen sind der Meinung, dass die Gemeinden zu sehr auf Wachstum und neue Bauprojekte setzen. Sie plädieren stattdessen für eine bessere Verteilung der Touristen und möglicherweise eine höhere Tourismussteuer, um die Kosten gerechter zu verteilen.
Quelle: Agenturen





