Die spanische Landwirtschaft steht vor einem großen Problem. Es gibt zu wenige junge Landwirte, die in die Fußstapfen älterer Landwirte treten könnten. Aktuelle Zahlen zeigen, dass nur 9 Prozent der Landwirte in Spanien jünger als 41 Jahre sind. Damit bleibt die Erneuerung in diesem Sektor weit hinter dem zurück, was notwendig wäre, um die Zukunft zu sichern.
Gleichzeitig ist die Zahl der älteren Landwirte sehr hoch. Mehr als 42 Prozent der Landwirte sind älter als 65 Jahre. Das bedeutet, dass ein großer Teil der Betriebe in den kommenden Jahren aufgeben wird, ohne dass klar ist, wer die Arbeit übernehmen wird. Dies sorgt für Unsicherheit, insbesondere in ländlichen Gebieten.
Im Jahr 2021 gab es mehr als 80.000 junge Landwirte mit einem eigenen Betrieb. Die meisten von ihnen sind in Familienbetrieben tätig, die schon seit Generationen bestehen. Für viele junge Menschen spielt die Liebe zum Beruf eine große Rolle, ebenso wie der Wunsch, den Familienbetrieb fortzuführen. Dennoch entscheiden sich immer weniger junge Menschen bewusst für eine Zukunft in der Landwirtschaft.
Auffällig ist, dass junge Landwirte wirtschaftlich oft nicht schlecht abschneiden. Ihr Durchschnittseinkommen liegt über dem ihrer älteren Kollegen, und auch die Produktivität ist etwas besser. Junge Menschen nutzen häufiger neue Techniken und moderne Betriebsführung, was ihre Betriebe effizienter macht.
Dennoch gibt es viele Hindernisse. Land ist teuer und schwer zu bekommen, ebenso wie Finanzierungen. Banken sind vorsichtig und verlangen oft hohe Sicherheiten. Außerdem empfinden junge Landwirte die Vorschriften und die Verwaltung als kompliziert und zeitaufwändig. Auch das Leben auf dem Land schreckt manche ab, vor allem wegen der mangelnden Infrastruktur.
Die spanische Regierung und die Europäische Union versuchen, junge Landwirte durch Subventionen und Sonderregelungen im Rahmen der Agrarpolitik zu unterstützen. Es gibt zusätzliche Zahlungen, Ausbildungsprogramme und Hilfe bei der Unternehmensgründung. Trotz dieser Unterstützung erweist es sich als schwierig, den Beruf attraktiv genug zu machen.
Der Mangel an jungen Landwirten ist nicht nur ein Problem für die Landwirtschaft, sondern auch für den ländlichen Raum selbst. Ohne neue Generationen drohen Dörfer zu veröden und wertvolles Wissen geht verloren. Die kommenden Jahre werden daher entscheidend für die Zukunft der spanischen Landwirtschaft sein.
Quelle: Agenturen





