Spanisches Registrierungssystem für Reisende sorgt immer noch für Diskussionen

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Das spanische Registrierungssystem für Reisende, RD 933/2021, besteht nun seit anderthalb Jahren. Was als Hilfsmittel für die Sicherheit gedacht war, ist für viele Unternehmen im Tourismussektor zu einer großen Quelle der Frustration geworden. Reiseveranstalter, Kleinunternehmer und Vermieter beklagen vor allem den hohen Papieraufwand und die komplizierten Vorschriften.

Nach Angaben des Innenministeriums funktioniert das System jedoch reibungslos. Es habe keine Engpässe gegeben, auch nicht in Stoßzeiten wie den Sommermonaten. Außerdem seien bisher keine Bußgelder verhängt worden, was die Branche beruhigen dürfte. Dennoch lässt sich die Kritik damit nicht ausräumen.

Viele Unternehmer sind der Meinung, dass die Regierung die Realität kleiner Unternehmen nicht ausreichend berücksichtigt. Für sie ist die Erfassung und Übermittlung aller angeforderten Daten zeitaufwändig, insbesondere wenn nur wenig Personal zur Verfügung steht oder die Systeme nicht gut auf die digitalen Anforderungen der Regierung abgestimmt sind. Daher kostet es ihrer Meinung nach mehr Zeit, als es einbringt.

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Darüber hinaus spielen Datenschutzbedenken eine große Rolle. Aus verschiedenen Berichten geht hervor, dass fast alle gesammelten Daten in keinem Zusammenhang mit verdächtigen oder kriminellen Aktivitäten stehen. Das wirft die Frage auf, ob es sinnvoll ist, so große Mengen an persönlichen Informationen zu speichern. Kritiker weisen darauf hin, dass solche Datenbanken anfällig für Datenlecks sein können, was Risiken für Identitätsbetrug mit sich bringt.

Das Ministerium hält vorerst an dem System fest und bezeichnet es als ein wichtiges Instrument, um Informationen zu ordnen und an einem Ort zusammenzuführen. Gleichzeitig erklärt es sich bereit, weiterhin auf die Branche zu hören. Mögliche Anpassungen werden nicht ausgeschlossen, aber konkrete Pläne gibt es derzeit nicht.

Wie sich das System weiterentwickelt, hängt wahrscheinlich vom Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Praktikabilität ab. Vorläufig bleibt die Registrierungspflicht bestehen, auch wenn ein großer Teil der Tourismusbranche weniger Bürokratie und einen besseren Datenschutz fordert.

Quelle: Agenturen