Der Spitzenkandidat der Liste der Alternative für Deutschland (AfD) für die Europawahl, Maximilian Krah, wird seinen Sitz im Europaparlament nicht einnehmen dürfen. Darauf einigten sich die Abgeordneten seiner Partei am Montag (10.06.2024), weniger als 24 Stunden nach Schließung der Wahllokale.
Krah war bereits wegen umstrittener Äußerungen aus dem Wahlkampf ausgeschlossen worden, in denen er sagte, dass nicht alle Mitglieder der Nazi-SS „Verbrecher“ waren. Die AfD wurde aus der Gruppe „Identität und Demokratie“ (ID) ausgeschlossen, zu der auch rechtsextreme Parteien wie die französische Nationale Rallye und die Italienische Liga im Europäischen Parlament gehören.
Krah selbst bedauerte in Erklärungen gegenüber den Medien, dass er den ihm theoretisch zustehenden Sitz nicht einnehmen durfte, und sagte, dies sei ein schlechtes Zeichen für die Wähler der Partei, insbesondere für junge Menschen.
Er wünschte seinen Kollegen jedoch viel Glück bei dem Versuch, zum ID zurückzukehren. Die AfD hatte am Sonntag mit 15,9 Prozent der Stimmen den zweithöchsten Stimmenanteil hinter dem von der Christlich Demokratischen Union (CDU) geführten konservativen Block erhalten. Sie wird in der neuen Legislaturperiode 15 Sitze haben.
Quelle: Agenturen



