Sportmedizin und Immunsystem: Beitrag der Mikroimmuntherapie

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Sport als zielgerichtete, körperliche Bewegung (auch als sportliche Belastung bezeichnet) – im Sinne einer regelmäßigen körperlichen Aktivität in Spiel- und Trainingsform – hat sich zu einem wesentlichen Bestandteil des modernen Lebensstils im 21. Jahrhundert entwickelt. Es dient dabei nicht nur der Leistungssteigerung bzw. Erhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit, sondern insbesondere der Bewahrung bzw. Optimierung der Gesundheit.

Sportmedizin und Immunsystem: Beitrag der Mikroimmuntherapie
Sportmedizin und Immunsystem: Beitrag der Mikroimmuntherapie

Durch unterschiedliche Trainingsformen werden im Organismus verschiedene Anpassungs- sowie Wachstumsprozesse ausgelöst, die zumeist auch eine positive und nachhaltige Auswirkung im physischen und psychischen Bereich des Sporttreibenden haben. Dabei gilt es, den Trainingsinhalt – d.h. die Wahl der Methode, die Organisation sowie die Wiederholungsintensität der Trainingseinheiten – an die individuellen/gruppenspezifischen angestrebten Ziele anzupassen. In diesem Sinne liegt die Aufgabe der Sportmedizin u.a. auch darin, mittels Analyse, Steuerung und Regelung im Hinblick auf das angestrebte sportliche Ziel, auf die existierenden modernen (sport)medizinischen Kenntnisse zurückzugreifen und diese nachhaltig umzusetzen, um das gesundheitliche Wohl des Sportlers zu gewährleisten.

Einfluss von Sport auf das Immunsystem

Jede Belastung (Trainingsreiz) führt zu einer Störung des biochemischen Gleichgewichts im Organismus. Dieser reagiert mit einer Anpassung, aus der unter Umständen ein höherer Funktionsstand resultiert. Diese „Superkompensation“ ist eine natürliche Reaktion des regulierenden Organismus und kann sowohl auf der biochemischen bzw. biologischen als auch auf der funktionellen bzw. physikalischen bis hin zur psychologischen Ebene stattfindeni. Insbesondere das Immunsystem – ein fein reguliertes und empfindliches Netzwerk von Organen, Zellen und Molekülen, das uns gegen interne und externe Störfaktoren schützt und zusammen mit dem Hormon- und Nervensystem die Homöostase im Organismus aufrechterhält – wird durch sportliche Aktivität intensiv beansprucht.

Studien zeigen, dass Sport, abhängig von Art, Dauer, Intensität und Häufigkeit der Belastung, sich sowohl positiv als auch negativ auf die Immunfunktionen auswirken kannii. Die akute Belastung führt u.a. zu einer Erhöhung der Leukozyten, hauptsächlich der Lymphozyten und neutrophilen Granulozyten, und zur Mobilisierung unterschiedlicher Immunzellen sowie zur Erhöhung von Akut-Phase-Proteinen, von Zytokinen wie Interleukin 6 (IL-6) sowie von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol im Serum2,iii. Nach der Trainingseinheit ist allerdings eine vorübergehende Lymphopenie zu verzeichnen. Insbesondere chronische, exzessive körperliche Beanspruchungen – wie das der Fall bei Leistungssportlern ist, aber auch bei Freizeitsportlern, die sich zu hohe Leistungsziele setzen – gehen mit einer Immunschwäche einher und können, wenn andere Faktoren gegeben sind (Mangelernährung, Schlafstörungen, etc.), das Auftreten von Infektionen begünstigen2,3,iv,v. Vor allem Atemwegsinfekte treten bei Leistungssportlern gehäuft auf4.

Allerdings muss auch darauf hingewiesen werden, dass die regelmäßige, moderate körperliche Aktivität antiinflammatorisch wirkt und somit u.a. kardiovaskulären und metabolischen Erkrankungen, die mit Silent Inflammation in Verbindung stehen, wirksam vorbeugt2,5.

Somit ist bei sportlich aktiven Personen neben Basismaßnahmen wie u.a. eine ausgewogene Ernährung, ausreichender Schlaf, korrekter Stressmanagement auch der Einsatz immunmodulierender Verfahren zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung des Immungleichgewichts notwendig4. Dabei gilt es, in einer praktisch orientierten und insbesondere auch ganzheitlich arbeitenden sportmedizinischen-orthopädischen Schwerpunktpraxis moderne und komplementäre Verfahren zu einem Gesamtkonzept zu vereinen.

Immunregulation durch die Mikroimmuntherapie

In diesem Sinne kann durch die Mikroimmuntherapie – eine Immuntherapie im Low-Doses-Bereich – sanft und gezielt die Immunität reguliert werden. Dabei kommen Zytokine und andere Immunbotenstoffe, die in niedrigen Dosierungen (low & ultra-low doses) verabreicht werden, in sequentiellen Abfolgen zum Einsatzvi. Die Behandlung ist gut verträglich und kann mit anderen Therapieformen kombiniert werden. Einige Beispiele sollen die Anwendungsmöglichkeiten der Mikroimmuntherapie in der integrativen Sportmedizin verdeutlichen:

Arthrose: Durch die Mikroimmuntherapie-Formel ARTH, die in Kombination mit der Formel INFLAM verabreicht werden kann, soll die Entzündungskaskade abgeschwächt werdenvii.
Arthritis: Bei Arthritis kommt die Formel INFLAM bzw. im Falle der rheumatoiden Arthritis die Formel PR zum Einsatz, die eine für diese Erkrankung spezifische Zusammensetzung aufweist. Ziel ist dabei, der chronischen Entzündung und ihren metabolischen Folgewirkungen entgegenzusteuern7. Bei reaktiver Arthritis kann die Formel INFLAM zur Eindämmung der Entzündungsreaktion bzw. das Mikroimmuntherapeutikum EID angewendet werden, das der Unterstützung der Immunabwehr bei Infektionen dientviii.
Neuropathien: Da im peripheren aber auch gerade im zentralen Nervensystem viele der Erkrankungen mit Entzündungen einhergehen, kann in diesen Fällen das Mikroimmuntherapeutikum INFLAM eingesetzt werden. Die Formel EID kann ebenfalls zur immunitärenUnterstützung bei Infektionen, welche die nervalen Strukturen direkt oder indirekt affektieren, angewendet werden.
Osteoporose: Die spezifische Mikroimmuntherapie-Formel OSTEO-N ist u.a. darauf ausgerichtet, die Osteoklastogenese zu vermindern und die Osteoblastogenese zu stimulierenix.
Allergien: Durch die Formel ALERG bzw. EID soll die überschießende allergische Reaktion eingedämmt werdenx.
Burnout und Trainingsschwäche: Die Formel MIREG zielt auf die Regulierung der Mitochondrienfunktionen, wobei u.a. Einfluss auf Störfaktoren wie Entzündungen und oxidativen Stress genommen und die mitochondriale Biogenese optimiert werden sollxi. Die Formel MISEN kommt bei Stress- und Alterungsprozessen regulativ zum Einsatzxii.

Fallbeispiel

Ein 42-jähriger männlicher Patient stellt sich mit wiederkehrenden Muskelschmerzen der unteren Extremität in meiner orthopädischen Sprechstunde vor. Zusätzlich berichtet er über eine generalisierte, aber auch insbesondere lokale, muskuläre Erschöpfung, die bereits bei einer normalen Belastung eintritt. Als ambitionierter, wettkampforientierter „Freizeit“-Radfahrer mit wöchentlichen Trainingsumfängen von bis zu 150km und einem jährlichen Kilometerumfang von circa 7000-10.000km sowie als engagierter „Best Ager“ ist dieser schon über Monate bestehende leistungsgeminderte Zustand auf Dauer nicht tolerabel.

Bei der weiteren Eruierung des Gesundheitsstatus weist der Patient darauf hin, dass er sich bis vor einem halben Jahr einer sehr guten Gesundheitssituation erfreut hat, wobei er seitdem an wiederkehrenden Infekten der oberen Atemwege leidet. Diese sich anfänglich nur in leichten grippalen Infekten mit typischen Erkältungssymptomen darstellenden kurzen Phasen wurden teilweise mit „Hausmittelchen“ behandelt. Dabei hatte er sich zuweilen sogar eine kurze Ruhe- und Sportpause gegönnt. Neben den nun wiederkehrenden Halsschmerzen im Sinne rezidivierender, eitriger Angina, dem zunehmendem Krankheitsgefühl, starker Müdigkeit und generalisierter Lustlosigkeit mit Erschöpfung kam es zuletzt auch zum Auftreten von Nachtschweiß. Daraufhin wurde vom Hausarzt eine antibiotische Therapie verordnet und eine orientierende Standardlaboruntersuchung veranlasst. Dabei zeigten sich Entzündungwerte mit einer leichten Leukocytose (13.0 /nl {Ref. 4-11 /nl}), CRP (9,34 mg/l {Ref. Fazit

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass es essentiell ist, die Person in seiner Ganzheit („Körper-Geist-Seele“) zu betrachten. Dabei stellt eine ganzheitliche Vorgehensweise im Sinne einer integrativen Medizin zum Wohle des Patienten eine echte Herausforderung und zugleich lohnende Aufgabe für den Arzt und Therapeuten dar, insbesondere in Anbetracht der Vielzahl der uns zur Verfügung stehenden Optionen und auf uns alle einwirkenden Informationen. Die Mikroimmuntherapie mit ihrer regulativen Wirkung auf das Immunsystem wird sicherlich in Zukunft eine immer wichtigere Rolle innerhalb eines integrativen Behandlungskonzeptes spielen.

Hottenrott, K., & Neumann, G. (2016). Trainingswissenschaft: Ein Lehrbuch in 14 Lektionen (Sportwissenschaft studieren). 3. Auflage. Band 7, Meyer & Meyer Sport.
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Reig, L. (2015). Mitochondrienregulierung und Mikroimmuntherapie. Broschüre MeGeMIT.
Reig, L. (2015). Stress und Alterung: Therapieansatz der Mikroimmuntherapie. Broschüre MeGeMIT

Autor:
Über Dr. Marco Seita
Der Arzt auf Mallorca für Ihre medizinischen Fragen und Probleme. Der Orthopäde & Sportmediziner, Facharzt Dr. Marco Seita, ist der Spezialist in Sachen Gesundheit auf Mallorca. Er deckt mit seinem eng kooperierenden Spezialisten im Praxisteam das gesamte Spektrum der Orthopädie bei MediSport-Mallorca in Bendinat ab. Neben einem weiten Angebot konservativen Anwendungsverfahren steht auch eine Vielzahl modernster operativer Möglichkeiten auf höchstes medizinisches Niveau zur Verfügung.

Sportmedizin und Immunsystem: Beitrag der Mikroimmuntherapie
Ihr Sportmediziner und Orthopäde/Traumatologe auf Mallorca und Radfahrer Doktor Marco SEITA im Institut MediSport-Mallorca

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