Spanien bleibt ein beliebtes Reiseziel für Ausländer, die Spanisch lernen möchten. Eine neue Studie von FEDELE, dem Verband spanischer Sprachschulen für Ausländer, zeigt, dass diese Form des Sprachtourismus im Jahr 2025 erneut stark gewachsen ist. Auch für 2026 sind die Erwartungen positiv.
Laut der Studie trug der Unterricht von Spanisch für ausländische Studierende im Jahr 2025 mit mehr als 715 Millionen Euro zur Wirtschaft bei. Dabei wurden sowohl die direkten als auch die indirekten Auswirkungen berücksichtigt.
FEDELE vertritt 112 Schulen, die zusammen 160.830 Studierende aufnahmen. Diese absolvierten insgesamt 977.490 Unterrichtswochen.
Der Sektor hat sich damit vollständig von dem Rückgang nach der Pandemie erholt. Im Jahr 2021 kamen nur noch 61.807 Studierende für einen Sprachkurs nach Spanien. Der große Aufschwung folgte in den Jahren 2022 und 2023. Seitdem wächst der Markt wieder mit einer normaleren Rate von etwa 3 Prozent pro Jahr.
Auffällig ist, dass nicht nur die Anzahl der Studierenden wichtig ist, sondern vor allem auch die Dauer der Kurse. Einzelne Kurse wurden im Jahr 2025 durchschnittlich 77 Tage lang besucht, gegenüber 58 Tagen im Jahr 2024. Das bedeutet, dass die Studierenden länger in Spanien bleiben, was für die Schulen und für die lokale Wirtschaft von Vorteil ist.
Die beliebtesten Reiseziele für Sprachschüler sind Großstädte, in denen viele Sprachschulen ansässig sind und in denen die Schüler auch leicht das spanische Leben kennenlernen können. Vor allem Madrid, Barcelona, Valencia, Málaga, Salamanca und Sevilla ziehen jedes Jahr viele ausländische Schüler an. Diese Städte verbinden gute Sprachschulen mit Kultur, Gastronomie und einer lebendigen internationalen Atmosphäre.
Die Untersuchung zeigt auch, wie die Studierenden ihren Aufenthalt organisieren. Über 59 Prozent reisen individuell und fast 42 Prozent in Gruppen. Die meisten bleiben weniger als drei Monate, während ein kleinerer Teil zwischen drei Monaten und einem Jahr bleibt. Mehr als die Hälfte wohnt bei Gastfamilien, die von den Schulen vermittelt werden. Zudem besteht die Studierendenpopulation zum größten Teil aus Frauen.
Der Autor des spanischen Artikels betont, dass der Sprachtourismus in Spanien seit Jahren eine Erfolgsgeschichte ist. Dies ist unter anderem auf die Zusammenarbeit zwischen privaten Sprachschulen und öffentlichen Einrichtungen wie dem Instituto Cervantes, Turespaña, ICEX und verschiedenen Ministerien zurückzuführen. Dieses gemeinsame Engagement hat dazu beigetragen, die Qualität des Unterrichts hoch zu halten und Spanien international stärker zu positionieren.
Damit ist Sprach-Tourismus mehr als nur eine wirtschaftliche Aktivität. Ausländische Studierende lernen nicht nur die Sprache, sondern bauen oft auch eine dauerhafte Bindung zu Spanien auf. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie später als Touristen, Studierende oder Berufstätige zurückkehren. Genau darin liegt der große Wert dieses Sektors für die Zukunft.
Quelle: Agenturen





